Testament

Ein Testament ist eine Form der Verfügung von Todes wegen, welche Regelungen für den Erbfall beinhaltet. Die letztwillige Verfügung stellt eine alternative Bezeichnung gem. § 1937 BGB dar. Es handelt sich hierbei um  eine einseitige, formbedürftige, jederzeitige widerrufbare Willenserklärung des Erblassers über sein Vermögen. Weiterhin kann der Erbvertrag als eine weitere Form der Verfügung von Todes wegen genannt werden. Das Berliner Testament stellt einen Sonderfall dar.

Warum sollte ich eines aufsetzen?

Grundsätzlich muss man kein Testament aufsetzen. Jeder kann frei entscheiden, seine Nachfolge testamentarisch zu regeln, oder die Regelungen der gesetzliche Erbfolge zu nutzen. Die Aufgabe eines Testamentes ist es, das Erbe unter den Nachfahren aufzuteilen. Das besondere hierbei ist, dass einzelne Verwandte besonders bedacht werden können, oder dass ein Teil des Nachlasses einer Stiftung hinterlassen wird. Wenn dies der Fall ist, weicht ein Testament von den Regelungen der gesetzlichen Erbfolge ab. Für die Verfassung eines Testamentes, muss die Testierfähigkeit vorliegen. Ab einem Alter von 16 Jahren darf eine Person ein Testament mit Hilfe eines Notars erstellen lassen, ab 18 Jahren darf jeder sein Testament eigenhändig erstellen. Liegt eine fortgeschrittene Demenzerkrankung vor, kann die Testierfähigkeit verloren gehen. Daher ist es hilfreich, gerade bei größeren und komplizierten Vermögen, ein Testament frühzeitig zu erstellen. Grundsätzlich gilt bei Testamenten, dass ein Testament zu Gunsten des Verfassers bei der Interpretation ausgelegt wird. Im Falle der Demenz muss derjenige, welcher anficht, ein neurologisches Gutachten als Nachweis der Demenzerkrankung vorlegen. Um Streitigkeiten bei der Testierfähigkeit zu vermeiden, besteht die Möglichkeit, sich die Testierfähigkeit auch vor Abfassung des Testamentes vom Neurologen bescheinigen zu lassen. Dies sorgt für Rechtssicherheit und vermindert Streitpunkte zwischen den Hinterbliebenen.

 Wie mache ich es richtig?

Grundsätzlich kann ein Testament handschriftlich verfasst oder beim Notar beurkundet werden. Der Vorteil einer Beurkundung liegt darin, dass ein Notar garantiert, dass das Testament rechtlich einwandfrei ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Erben auf einen Erbschein verzichten können und gleich als Erben anerkannt werden und somit die Rechtsnachfolge antreten können. Für den Fall, dass ein zweites Testament verfasst wird, ist es unbedingt notwendig, das erste Testament aus der amtlichen Verwahrung zu nehmen und anschließend zu vernichten, damit es im Erbfall nicht zu Verwechslungen kommt.

 

Fehlt die Einbindung eines Notars, kommt ein handschriftliches Testament in Frage. Dabei muss dieses handschriftlich, also ohne elektronischer Hilfsmittel, verfasst werden. Dies ist deshalb erforderlich, da ein Gutachter aus der Handschrift ermitteln kann, ob es sich um ein echtes Testament oder um eine Fälschung handelt. Weiterhin ist die Überschrift Testament oder letzter Wille unbedingt anzugeben. Es muss klar hervorgehen, dass es sich um ein Testament handelt. Ort und Datum sollten angegeben werden. Dies ist dann hilfreich, wenn mehrere Testamente vorhanden sind. Grundsätzlich gilt das jüngere Testament. Um unnötige Missverständnisse zu vermeiden, sollten daher die alten Testamente vernichtet werden. Abschließend muss ein Testament eigenhändig unterschrieben werden. Weitere Formvorschriften sind nicht erforderlich. Allgemein sollte ein Testament klar und gut verständlich und vor allem leserlich formuliert werden. Damit eine eindeutige Auslegung ermöglicht werden kann. Als Erbe kann, bis auf wenige Ausnahmen, jeder eingesetzt werden. Ehepartner, Lebenspartner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft oder Kinder und Enkel besitzen ein Anrecht auf einen Pflichtanteil. Somit können diese Personengruppen nicht ausgeschlossen werden und deren Pflichtanteile dürfen nicht verletzt werden. Weiteres zum Pflichtanteil in einem weiterführenden Artikel.

 

Das Testament kann jederzeit verändert werden. Eine Besonderheit stellt das Berliner Testament dar. Hierbei ist eine Änderung nicht möglich. Weiteres hierzu in einem weiterführenden Artikel.

 

Bezüglich der Lagerung des Testamentes wird die Hinterlegung bei einem Nachlassgericht empfohlen. Damit ist sichergestellt, dass das Dokument im Falle des Todes vorhanden ist und nicht verloren gegangen ist, sei es absichtlich oder unabsichtlich.

 

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