Pflege zu Hause II

Pflege zu Hause II

 

2014 bringt die Bundesregierung das erste von zwei Gesetzen auf den Weg, um die Pflegeversicherung als wichtige sozialpolitische Errungenschaft zu stärken. Der Grundgedanke der Neuerung ist, Leistungen der Pflegeversicherung zu verbessern und noch stärker auf die Bedürfnisse der Menschen auszurichten. Weiterhin soll die Finanzierungsgrundlage der Pflegeversicherung gestärkt werden. Dabei reichen die Neuerungen von Leistungsverbesserungen ab 2015 bis hin zu darauf aufbauenden Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Diese Neuerungen wurden im Pflegestärkungsgesetz 1 und Pflegestärkungsgesetz 2 zusammengefasst. Damit wird umgesetzt, was Fachleute aus Praxis, Wissenschaft und Politik empfehlen. Das Bundesgesundheitsministerium legt dabei besonders Wert darauf, dass die Neuerungen im Austausch mit der Praxis erprobt werden, bevor diese tatsächlich eingeführt werden.

 

Pflegestärkungsgesetz 1

 

Die 2,5 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland profitieren ab dem 1 Januar 2015 von Leistungsverbesserungen im Umfang von 2,4 Milliarden Euro. Die meisten Leistungsbeträge der Pflegeversicherung steigen dabei pauschal um 4 Prozent. Weitere Maßnahmen stärken die Pflege zu Hause und verbessern den Alltag in den Pflegeheimen. Der neu gegründete Pflegevorsorgefonds wird den Beitragssatz in 20 Jahren stabilisieren.

 

Pflegestärkungsgesetz 2

 

Ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff mit fünf Pflegegraden anstatt der bisherigen drei Pflegegrade ermöglicht individuellere Einstufungen und passgenauere Leistungen in der Pflege. Alle Pflegebedürftigen im jeweiligen Pflegegrad haben Anspruch auf die gleichen Leistungen. Die Pflegeversicherung erbringt dann insgesamt 20 Prozent mehr Leistungen als bisher.

 

Ziel der Reform ist es, dass Pflegebedürftige möglichst passgenaue Unterstützung bekommen, welche ihren besonderen Bedürfnissen gerecht werden. Viele wollen im Alter so lange wie es geht in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Dabei wollen sie möglichst viel im Alltag selber erledigen können. Daher steigen die meisten pauschalen Leistungssätze um 4 Prozent. Zusätzliche Betreuungsleistungen in der ambulanten Pflege kommen jetzt auch körperlich beeinträchtigten Pflegebedürftigen zugute und verbessern ihre Lebensqualität. Wenn die eigenen vier Wände altersgerecht umgerüstet werden müssen, können Zuschüsse bis zu 4.000 EUR beantragt werden. Bisher betrug die Obergrenze lediglich 2.557 EUR. Der Zuschuss der Pflegeversicherung für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel, wie beispielsweise Einmalhandschuhe oder Mundschutz, steigt von 31 EUR auf 40 EUR im Monat. Weiterhin werden die Leistungen im stationären Bereich verbessert. Die Anzahl der Betreuungskräfte wird im Verhältnis zu den Bewohnerinnen und Bewohnern einer Pflegeeinrichtung deutlich erhöht. Zudem kommt die zusätzliche Betreuung künftig allen und nicht nur den an Demenz erkrankten Pflegebedürftigen zugute. In der Bundesrepublik Deutschland sind derzeit ungefähr 2,5 Millionen Menschen pflegebedürftig. Im Jahr 2030 sind es rund 3,5 Million Menschen. Aufgrund dieser Prognose sind die Reformen im Bereich der häuslichen Pflege zu verstehen. Zum 1. Januar 2015 steigt daher auch der Beitrag zur Pflegeversicherung um 0,3 Prozentpunkte an. Dies geschieht, damit Leistungen verbessert werden und weil die Leistungssätze der allgemeinen Preisentwicklung angepasst werden müssen.

 

Hier geht es zu Teil I und Teil III.

 

Mehr Informationen rund ums Testament finden sie hier auf den folgenden Seiten