Pflege zu Hause III

Pflege zu Hause III

 

Um Angehörige in ihrer vertrauten Umgebung pflegen zu können, ist ein Pflegezimmer erforderlich. Dabei ist es ganz gleich, ob der Angehörige aus dem Krankenhaus oder der Rehabilitationsklinik zurück in sein Zuhause kommt oder seine eigene Wohnung verlässt und bei Verwandten einzieht. in jedem Fall wird empfohlen, dass das Zimmer so wenig wie möglich von der gewohnten Umgebung abweicht. Wenn seine Bewegungsfreiheit so weit eingeschränkt ist, dass das eigene Zimmer nun hauptsächlich sein Zuhause ist, zählt eine vertraute, gemütliche persönliche Einrichtung um so mehr. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass ein Blick aus dem Fenster für einen bettlägerigen Menschen möglich ist. Dieses stellt den Kontakt nach draußen zur Umwelt dar. Wenn eine Person permanent bettlägerig ist, muss diese in einem speziellen Pflegebett versorgt werden. Dabei handelt es sich um ein Spezialbett, in welchem Kopf- und Fußteil beliebig verändert werden können. Ein Bettbügel hilft beim Aufrichten und Höherlegen. Weiterhin hat ein Pflegebett Rollen und ist leicht manövrierbar. Da die entstehenden Kosten sehr hoch sind, können diese auch steuerlich geltend gemacht werden. Anstelle des Pflegepauschalbetrages können die Aufwendungen für die Pflege der Angehörigen als allgemeine außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG angesetzt werden. Abziehbar ist nur der Betrag, der das erhaltene Pflegegeld und die zumutbare Belastung übersteigt. Ob auch pauschales Pflegegeld aus einer privaten Versicherung angerechnet werden muss, ist vom BFH zu klären. (Az. VI R 8/10) Ein Abzug von Pflegekosten kommt nach R 33.3 Abs. I EStR 2008 in Betracht. Die pflegebedürftige Person ist in einer der drei Pflegestufen I (erheblich Pflegebedürftig), II (Schwerpflegebedürftig) oder III (Schwerstpflegebedürftig) nach §§ 14 und 15 SGB XI eingestuft. Das sind Menschen, die wegen der körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßigen wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens auf Dauer Hilfe benötigen, voraussichtlich aber für mindestens sechs Monate. Liegt die Pflegestufe 0 vor, bedeutet das, dass ein zeitlicher Pflegebedarf unterhalb der Pflegestufe I besteht. Hier gibt es noch zwei Unterkategorien, nämlich mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz gem. § 45 a SGB XI und ohne erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz. Unter eingeschränkter Alltagskompetenz wird Demenz, geistige Behinderung oder psychische Erkrankung verstanden.

 

Als Nachweis der Pflegebedürftigkeit in den Stufen I-III und der Stufe 0 mit erheblichen Einschränkungen ist ein Bescheid der Pflegekasse bzw. Pflegeversicherung vorzulegen oder der Schwerbehindertenausweis bzw. ein Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes, aus dem das Merkzeichen B1 oder H hervorgeht gem. R33-3 Abs. 1 Satz 2 EStR 2008.

 

Im Erbrecht findet nach Tod des Pflegebedürftigen ein Ausgleich statt. Die tatsächlichen Pflegekosten werden beim Erbanteil berücksichtigt, wie bereits in einem Beispiel dargestellt wurde.

 

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