5 Fehler beim Verfassen von Testamenten

5 Fehler beim Verfassen von Testamenten

 

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, einen letzten Willen aufzuschreiben. Die eine Möglichkeit ist, einen Notar mit der Erstellung eines Testaments zu beauftragen. Die andere Möglichkeit ist, dieses selber zu erstellen. Jedoch können dabei einige Fehler entstehen, welche das Testament ungültig werden lassen. Im Folgenden werden die 5 häufigsten Fehlergruppen aufgeführt, welche zur Ungültigkeit eines Testaments führen können.

 

Ein Testament muss immer selber erstellt werden. Es muss komplett vom Erblasser selber geschrieben werden. Wenn der Erblasser einen Text diktiert und handschriftliche Zusätze hinzufügt, dann handelt es sich nicht um ein gültiges Testament. Dies wurde vom Oberlandesgericht Stuttgart im Az.: 8 W 387/14 entschieden. Dabei war dem Gericht egal, ob der Text dem Willen des Verstorbenen entspricht oder nicht. Dieses hatte keinen Einfluss auf die Entscheidung bezüglich der Gültigkeit.

 

Ein Testament muss grundsätzlich immer mit der Hand verfasst sein, wenn es selber erstellt wird. Texte, welche mit einem PC, Schreibmaschine oder Blindenschrift erstellt worden sind, werden vom Gericht nicht anerkannt. Weiterhin muss der letzte Wille eine Unterschrift tragen. Dabei müssen der Vor- und der Nachname lesbar sein. Der Vollständigkeit halber sollten entweder „Testament“ oder „Mein letzter Wille“, Ort und Datum sowie eine Seitenzahl vermerkt sein. Wobei letztere Kriterien nicht zwingend erforderlich sind. Ohne diese Kriterien ist das Testament auch gültig. Jedoch erleichtern diese zusätzlichen Angaben die Interpretation bezüglich Aktualität, Anzahl der Seiten und Erstellungsort.

 

Wenn durch den Erblasser im Laufe der Zeit Ergänzungen zum Testament hinzugefügt werden oder einzelne Passagen gestrichen werden, so müssen diese Änderungen zwingend unterschrieben werden. Ansonsten ist es nicht ersichtlich, ob der Erblasser diese Änderungen vorgenommen hat oder ein potentieller Erbe, welcher das Testament nach dem Ableben des Erblassers gefunden hat. Nur mit der Unterschrift unter den Änderungen handelt es sich um eine gültige Testamentsänderung. Diese Entscheidung kommt vom Oberlandesgericht München und wurde im Az.: 31 Wx 179/10 bestätigt.

 

Weiterhin sind Zeichnungen in einem Testament ungültig. Wenn beispielsweise Pfeildiagramme gezeichnet worden sind, welche aufzeigen sollen wer wie in der Erbfolge berücksichtigt werden soll, so ist diese Darstellungsweise ungültig. Das Oberlandesgericht in Frankfurt hob ein Testament mit der Begründung auf, dass Pfeilverbindungen jederzeit abgeändert werden können. Siehe hierzu Az.: 20 W 542/11.

 

Weiterhin ist es wichtig, dass ein Testament nicht manipulierbar ist. Wenn der Erblasser eine Karte mit verschiedenen Aufklebern nutzt, aus welchen hervorgeht, wer Haupterbe wird, ist das Testament nicht gültig. Diese Entscheidung stammt vom Oberlandesgericht Hamburg im Az.: 2 W 80/13. In diesem Fall hat der Erblasser eine Karte benutzt und darauf zwei Aufkleber angebracht. Auf dem einen Aufkleber stand wer Haupterbe werden soll, und auf dem anderen Aufkleber waren die Initialen des Erblassers und das Datum.

 

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