Amtliche Verwahrung

Amtliche Verwahrung

 

Die amtliche Verwahrung des Testamentes dient der sicheren Aufbewahrung bis zum Tod des Erblassers. Gleichzeitig wird ein sicheres Auffinden ermöglicht. Um dieses zu ermöglichen, wird das Testament beim Nachlassgericht hinterlegt. Ein notarielles Testament wird direkt vom Notar bei einem Nachlassgericht in die Verwahrung gegeben. Dies ist das Nachlassgericht, in welchem der Notar seinen Amtssitz hat. Jedoch hat der Erblasser die Möglichkeit, sein Testament bei einem anderen Nachlassgericht durch seinen Notar hinterlegen zu lassen. Bei einem eigenhändigen Testament kann der Erblasser ebenfalls das Nachlassgericht für die amtliche Verwahrung frei wählen. Ein notarieller Erbvertrag kann ebenfalls, wie ein Testament, bei einem frei zu wählenden Nachlassgericht hinterlegt werden. Jedoch kann ein Erbvertrag auch beim Notar direkt verwahrt werden.

 

Nach Hinterlegung wird dem Erblasser ein Hinterlegungsschein für die Verwahrung ausgehändigt. Mit dem Hinterlegungsschein kann jederzeit die Herausgabe des Testaments verlangt werden. Die Herausgabe erfolgt nur an den Erblasser persönlich. Mit Herausgabe gilt das notarielle Testament auch als vom Erblasser widerrufen. Die Herausgabe an den Erblasser ist kostenfrei. Ein eigenhändiges Testament gilt bei Herausgabe an den Erblasser als nicht widerrufen. In der Bundesrepublik Deutschland existiert seit 2012 ein zentrales Testamentsregister der Bundesnotarkammer. Dies ist eine zentrale Einrichtung, welche dafür Sorge trägt, dass ein Testament oder Erbvertrag nach dem Tod des Erblassers auch aufgefunden wird.

 

Die Kosten für die amtliche Verwahrung von Testamenten und Erbverträgen richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG).

 

Als Vorteil der amtlichen Verwahrung von Testamenten und Erbverträgen kann die Prävention vor Verlust und Verfälschung genannt werden. So ist es theoretisch denkbar, dass ein vom Erblasser abgefasstes Testament im Hausrat verloren geht und nicht mehr aufgefunden wird, oder bei einem Wohnungsbrand oder Umzug vernichtet wird. Weiterhin besteht das theoretische Risiko, dass ein Testament oder Erbvertrag durch einen Erben, welcher nicht bedacht wurde, verfälscht oder unbemerkt vernichtet wird. Diese Risiken lassen sich durch eine amtliche Verwahrung vermeiden.

 

Bei der Abfassung eines Testaments wird zum notariellen Testament geraten. Hier hat der Erblasser den Vorteil, dass dieser bei der Abfassung durch einen Notar beraten wird und somit Fehler bei der Erstellung des Testaments vermieden werden. Ein eigenhändiges Testament kann durch Formfehler oder Inhaltsfehler, weil beispielsweise Pflichtanteile nicht bedacht werden, nichtig sein. Dieses Risiko wird bei einem notariellen Testament vermieden. Somit ist der Erblasser auf der sicheren Seite, wenn dieser sich für die Wahl eines notariellen Testaments entscheidet.

 

Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass bei amtlicher Verwahrung der Hinterlegungsschein sorgfältig aufbewahrt wird, da ohne diesen der Erblasser keine Chance mehr hat, an sein hinterlegtes Testament zu gelangen. Ein Widerruf oder Änderung wäre nicht mehr möglich.

 

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