Aufhebung Friedhofszwang in Bremen

Aufhebung Friedhofszwang in Bremen

 

Umfragen zufolge möchte nur noch jeder zweite Bundesbürger ein Grab auf einem Friedhof haben. Bremen hat hierauf reagiert und als erstes Bundesland in der Bundesrepublik Deutschland den Friedhofszwang aufgehoben. Somit ist es in Bremen erlaubt, die Asche von Angehörigen im heimischen Garten zu verstreuen. Geregelt ist dies in der Drucksache 18/1581 auf Seite 4. Dort heißt es, dass als Ausbringungsort zusätzlich alle privaten Grundstücke in Betracht kommen. Gelten soll die neue Regelung ab Januar 2015. Damit ist der Friedhofszwang nach dem Feuerbestattungsgesetz von 1934 abgeschafft. Jedoch ist dabei zu beachten, dass der Verstorbene in seiner schriftlichen Verfügung von Todes wegen einen Verstreuungsort zur Ausbringung nennt. Weiterhin muss der Erblasser in seiner Verfügung von Todes wegen eine Person zur Totenfürsorge bestimmen. Die benannte Person muss unverzüglich nach Ableben des Erblassers eine Zustimmungserklärung des Grundstückseigentümers nachweisen und gleichzeitig eidesstattlich versichern, dass es beim Vollzug der Verstreuung nicht zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung der benachbarten Grundstücke kommt. Wenn dies nachgewiesen wurde, steht der Verstreuung des Erblassers auf einem privaten Grundstücks nichts mehr im Wege. Der Eid der Person, welche zur Totenfürsorge bestimmt wurde, ist auch daher wichtig, weil damit sichergestellt werden soll, dass der Verstorbene in der Urne nicht auf dem Kaminsims landet. Wäre dies der Fall, so hätte der Totenfürsorger seinen Eid gebrochen, was juristisch geahndet werden kann. Da dies in der Bundesrepublik Deutschland nicht als Bagatelldelikt ausgelegt würde, kann sogar eine Gefängnisstrafe auf Brechung eines Eides stehen.

 

Zum Vergleich: in Dänemark, den Niederlanden, Frankreich, Spanien, Irland, der Schweiz und Tschechien sind die Gesetze bezüglich der Beisetzung und Totenruhe um einiges liberaler als in der Bundesrepublik Deutschland, wo weitestgehend der Friedhofszwang herrscht. Die USA ermöglichen sogar, die Asche des Verstorbenen mit Hilfe einer Rakete ins All zu schießen. Weiterhin kann in den USA die Asche des Verstorbenen sogar auf einem Meeresriff ausgebracht werden.

 

Der Friedhofszwang geht in der Bundesrepublik Deutschland bis ins alte Preußen zurück. Die Preußen haben den Friedhofszwang aufgrund von Hygiene eingeführt, was gleichzeitig für Kirchen, Kommunen, Bestattungsunternehmer, Blumenverkäufern, Kerzenhändlern und Steinmetzen ein lukratives Geschäft darstellt.

 

Jedoch stellt das Verstreuen der Asche eines Verstorbenen auf einem privaten Grundstück auch einen Nachteil dar. So kann es sein, dass nach einer Verstreuung auf dem Grundstück nach ein paar Jahren der Eigentümer wechselt. Der neue Eigentümer ist nicht verpflichtet, die Angehörigen des Verstobenen auf sein Grundstück zu lassen. Somit kann der Verstobene zu seinen Geburts-, Todes- und Allerheiligentage nicht mehr besucht werden, was eventuell für Angehörige problematisch sein kann. Denn im Gegensatz zu einem öffentlich zugänglichen Friedhof ist ein verkauftes Grundstück eben nicht mehr zugänglich.

 

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