Die Erstellung eines Testaments

Die Erstellung eines Testaments

Beim Tod eines Menschen, der kein wirksames Testament errichtet (oder einen Erbvertrag geschlossen) hat, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Diese Erbfolge entspricht nicht unbedingt den Vorstellungen des Erblassers und kann zu Streitigkeiten unter den Angehörigen führen, die der Erblasser durch eine klare testamentarische Regelung vermeiden kann.

Zum Beispiel regelt die gesetzliche Erbfolge, dass in einer kinderlosen Ehe die Eltern neben dem überlebenden Ehegatten Erben werden und mit diesem eine Erbengemeinschaft bilden. Oft stimmt auch die gesetzliche Regelung, dass die Kinder neben dem überlebenden Ehegatten erben und somit auch hier eine Erbengemeinschaft bilden, nicht mit dem letzten Willen des Erblassers überein. Wer dies vermeiden möchte, muss die Erbfolge durch ein Testament (oder einen Erbvertrag) regeln.

Bei der Erstellung eines Testamentes sollten Sie dieses unbedingt vom ersten bis zum letzten Wort selbst und handschriftlich verfassen, da dieses sonst ungültig ist. Sehr wichtig ist auch Ihre Ünterschrift.

Testament und Erbfolge

Wenn kein Testament vorhanden ist, kommt die gesetzliche Erbfolge zum Tragen. Wer also kein Testament aufsetzen will, sollte sich mit den Themen Testament und Erbfolge dennoch auseinandersetzen, weil es für Erblasser wichtige Themen sind. Gerade, wenn man sich noch nie mit Testament und Erbfolge beschäftigt hat, staunt man bei genauerer Kenntnis, wie eigentlich die Erbfolge in Deutschland geregelt ist. Manchmal hat man vollkommen falsche Vorstellungen und das Erbe kommt dann in Hände, in denen man es gar nicht gerne gesehen hätte. Ist jedoch kein Testament vorhanden, tritt automatisch die gesetzliche Erbfolge ein. Ob das den eigenen Wünschen immer entspricht, sei dahingestellt. Dazu nur ein Beispiel: Bei Ihrem Ableben lebt noch der Ehepartner und ein Neffe von Ihnen. Wie meinen Sie, sieht die gesetzliche Erbfolge jetzt aus? Viele Menschen gehen davon aus, dass der überlebende Ehepartner automatisch alles erbt und verfassen deshalb kein Testament. Das ist ein Fehler! Denn solange Ihr Neffe lebt, wird Ihr Ehepartner nicht automatisch das gesamte Erbe bekommen. Vielmehr ist es so, dass Ihr Ehepartner auf Grund der gesetzlich vorgeschriebenen Erbfolge nicht mehr als drei Viertel des Nachlasses erben kann, sofern Ihr Neffe noch lebt. Man sollte sich also unbedingt zu Lebzeiten mit den Themen Testament und Erbfolge beschäftigen, so lange man noch seinen letzten Willen schreiben bzw. ändern kann.

Ist kein Testament vorhanden

Wenn kein Testament vorhanden ist, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Nach dem deutschen Erbrecht erben dann nur Verwandte, das heißt, Personen, die gemeinsame Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern haben. Auch entferntere gemeinsame Vorfahren gelten hier noch. Nicht in dem Sinne verwandt und deshalb nicht bei der gesetzlichen Erbfolge bedacht sind verschwägerte Personen. Zu ihnen gehören beispielsweise die Schwiegermutter und der Schwiegervater, der Stiefvater, der angeheiratete Onkel, die angeheiratete Tante usw. Dass diese von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen sind, liegt daran, dass die verstorbene Person, also der Erblasser, mit ihnen keine gemeinsamen Vorfahren hatte.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Ausnahmen hiervon ergeben sich bei der Annahme als Kind, der Adoption. Hierbei wird das Adoptivkind in der Erbfolge grundsätzlich genauso behandelt wie ein eigenes Kind. Somit sind Adoptivkinder im Allgemeinen den leiblichen Kindern gleichgestellt. Weitere Ausnahmen gelten für Ehepartner, die ebenfalls nicht mit dem Erblasser verwandt sind. Sie haben ein eigenes Erbrecht, das bezüglich des Partners gilt. Sind die Ehepartner geschieden, besteht kein Erbrecht. Das kann unter bestimmten Voraussetzungen auch dann bereits gelten, wenn die Ehepartner in Scheidung leben.

Einteilung in Ordnungen, denn nicht alle Verwandten sind in gleicher Weise erbberechtigt. Daher teilt das Gesetz sie in Erben verschiedener – erster, zweiter und dritter – Ordnung ein.

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