Erbschafts- und Schenkungssteuer einsparen mit Nießbrauch

Erbschafts- und Schenkungssteuer einsparen mit Nießbrauch

 

Die Berechnung der Erbschaftssteuer wird nach den drei Steuerklassen durchgeführt. Weiterhin sind die persönlichen individuellen Steuerfreibeträge des Erben oder Beschenkten zu berücksichtigen. Bei sehr großen Vermögen besteht die Möglichkeit, Erbschaftssteuer zu vermeiden, indem bereits zu Lebzeiten Vermögen durch Schenkung übertragen wird. Um jedoch zu verhindern, dass Vermögen zweckentfremdet wird, bzw. die Kontrolle des Schenkers komplett verloren geht, kann eine Schenkung mit einem Nießbrauchrecht kombiniert werden. So kann eine Immobilie, welche von den Eltern genutzt wird, an die Kinder mit der Auflage übertragen werden, dass die Eltern ein lebenslanges Wohnrecht erhalten und die Nutzung des Gartens erhalten. Diese Auflage wäre ein Nießbrauch und müsste in Abteilung II des Grundbuches eingetragen werden. Die Kinder können das Haus dann nicht selber nutzen. Sie sind Eigentümer, können die Immobilie verkaufen, jedoch ist eine wirtschaftliche Nutzung nicht möglich. Diese wird erst dann ermöglicht, wenn der letzte Elternteil verstorben ist. Dann ist das Nießbrauchrecht nicht mehr gültig und kann aus Abteilung II des Grundbuches entfernt werden. Mit dieser Gestaltung kann eine teure Immobilie bereits zu Lebzeiten an die Nachkommen übertragen werden, was die Erbschafts- und Schenkungssteuer reduziert. Im Idealfall fällt erst gar keine Erbschafts- und Schenkungssteuer an.

 

Nahe Verwandte wie Eltern, Großeltern, Lebenspartner, Kinder, Enkelkinder, Stiefkinder, Adoptivkinder sind der Steuerklasse I zugeordnet. Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern und Schwiegereltern sind der Steuerklasse II zugeordnet. Alle Nicht-Verwandten sind in der Steuerklasse III enthalten. Für Ehegatten und Lebenspartner sieht der Gesetzgeber einen Freibetrag in Höhe von EUR 500.000,00 vor. Kinder erhalten einen Freibetrag in Höhe von EUR 400.000,00. Kinder der Kinder sind noch mit EUR 200.000,00 von der Erbschaftssteuer befreit. Eltern und Großeltern erhalten einen Freibetrag in Höhe von EUR 100.000,00. Geschwister, Schwiegereltern bekommen EUR 20.000,00. Sonstige Personen, welche in der Steuerklasse III enthalten sind, erhalten einen Steuerfreibetrag in Höhe von EUR 20.000,00.

 

Bei einem Vermögen von beispielsweise EUR 500.000,00 ist somit eine zwingende Auseinandersetzung mit der Vermögensübertragung erforderlich. Eine von den Eltern genutzte Immobilie hat in begehrten Lagen wie Hamburg oder München schnell einen Wert von EUR 350.000,00. Dazu kommen meistens noch Wertpapiervermögen und Geldvermögen. Der Gesamtvermögenswert von EUR 500.000,00 ist schnell erreicht. Da der Freibetrag eines Kindes gerade einmal EUR 400.000,00 beträgt, bietet es sich an, eine durch die Eltern eigengenutzte Immobilie mit Kombination eines Nießbrauchrechts an das Kind zu übertragen. So sind EUR 350.000,00 steuerfrei übertragen worden. Das Besondere bei den Freibeträgen ist, dass diese alle 10 Jahre wieder neu genutzt werden können. Wenn also die Schenkung der Immobilie zu Lebzeiten der Eltern erfolgt ist, kann das restliche Wertpapier- und Geldvermögen bis zu einer maximalen Höhe von EUR 400.000,00 nach 10 Jahren wieder steuerfrei übertragen werden, ohne dass Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer fällig wird.

 

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