Erbschaftssteuer sachliche Freibeträge

Erbschaftssteuer sachliche Freibeträge

 

Neben den persönlichen Freibeträgen existieren nach § 13 ErbStG sachliche Freibeträge. § 13 I Nr. 1 a ErbStG beinhaltet einen Freibetrag für Hausrat (einschließlich Wäsche und Kleidung) für Personen der Steuerklasse I in Höhe von EUR 41.000,00.

 

  • 13 I Nr. 1 b ErbStG beinhaltet andere bewegliche körperliche Gegenstände in Höhe von EUR 12.000,00 für Personen der Steuerklasse I.

 

  • 13 I Nr. 1 c ErbStG definiert einen sachlichen Freibetrag für Hausrat (einschließlich Wäsche und Kleidungsstücke) und andere bewegliche körperliche Gegenstände für Personen der Steuerklasse II und der Steuerklasse III in Höhe von EUR 12.000,00.

 

In § 13 I Nr. 9 ErbStG ist ein Pflegepauschbetrag in Höhe von EUR 20.000,00 festgeschrieben, welcher bei Personen anfällt, die dem Erblasser unentgeltlich oder gegen unzureichendes Entgelt Pflege oder Unterhalt gewährt haben.

 

Bei der Berechnung und Festsetzung der Erbschaftssteuer müssen diese sachlichen Freibeträge gegebenenfalls zu den persönlichen Freibeträgen ergänzend berücksichtigt werden. Dadurch kann eine weitere Senkung der Erbschaftssteuer erzielt werden, oder bestenfalls diese komplett vermieden werden.

 

Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass zu den sachlichen Freibeträgen auch in Unternehmen gebundenes Kapital hinzugezählt wird. Dies gilt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass das Unternehmen als ganzes weitergeführt wird.

 

Es ist zu beachten, dass die sachlichen Freibeträge keine Anwendung finden, wenn es sich um Gegenstände handelt, welche der land- und forstwirtschaftlichen Verwendung zugeordnet werden können, oder zum Grundvermögen oder zum Betriebsvermögen gerechnet werden. Bargeld, Wertpapiere, Edelmetalle oder Edelsteine sowie Schmuck werden ebenfalls nicht durch sachliche Freibeträge abgedeckt.

 

In der Praxis zeigt sich, dass die sachlichen Freibeträge wenig Anwendung finden, da die persönlichen Freibeträge ausreichen. Jedoch sollte man diese bei Bedarf hinzuziehen, wenn eine Reduktion der Steuerlast erzielt werden kann.

 

Beispiel: Ein Erblasser hinterlässt seinem Kind ein Vermögen in Kontoguthaben und Wertpapieren in Höhe von EUR 500.000,00. Hinzu kommt ein Auto mit einem Restwert von EUR 10.000,00 und eine relativ neue Wohnungseinrichtung in Höhe von EUR 20.000,00.

 

Der persönliche Freibetrag liegt bei EUR 400.000,00. Für das Auto kann der Freibetrag aus § 13 I Nr. 1 b ErbStG geltend gemacht werden, da das Auto ein beweglicher körperlicher Vermögensgegenstand ist. Da das Auto einen Restwert von EUR 10.000,00 hat, wird dieses vom Freibetrag in Höhe von EUR 12.000,00 vollständig abgedeckt. Die Wohnungseinrichtung in Höhe von EUR 20.000,00 wird durch den sachlichen Freibetrag nach § 13 I Nr. 1 a ErbStG abgedeckt, welcher EUR 41.000,00 für Hausrat vorsieht. Somit bleibt nur noch das Kapitalvermögen in Höhe von EUR 500.000,00 welches um den persönlichen Freibetrag von EUR 400.000,00 gemindert wird. Es verbleiben EUR 100.000,00 welche gem. Steuerklasse I mit einem Steuersatz von 11 Prozent zu versteuern sind. Somit sind EUR 11.000,00 an das zuständige Finanzamt als Steuerzahllast abzuführen.