Erbschaftssteuererklärung

Erbschaftssteuererklärung

 

Der der Erbschaftssteuer unterliegende Erwerb ist innerhalb von drei Monaten nach erlangter Kenntnis vom Erbfall dem zuständigen Wohnsitzfinanzamt schriftlich anzuzeigen. Nachdem die Anzeige gegenüber dem Finanzamt erfolgt ist, wird das Finanzamt gegebenenfalls eine Aufforderung zur Abgabe der Erbschaftssteuererklärung abgeben. Die Frist zur Abgabe der Erbschaftssteuererklärung beträgt anschließend einen Monat. Es ist weiterhin zu beachten, dass bei einer Schenkung der steuerpflichtige Erwerb vom Schenkenden aber auch vom Erwerber beim jeweils zuständigen Wohnsitzfinanzamt angezeigt werden muss. Für den Fall, dass eine Unterlassung der Anzeige vorliegt, drohen Geldbußen, oder, wenn durch eine fehlende Anzeige Erbschaftssteuer hinterzogen wurde, Strafen wegen Steuerhinterziehung.

 

Um eine Erbschaftssteuererklärung abgeben zu können, wird das Finanzamt verschiedene Unterlagen benötigen. Dazu zählen Informationen zum Erblasser wie den Todestag, Name, Staatsangehörigkeit, letzter Wohnsitz, zuständiges Wohnsitzfinanzamt, Familienstand beim Todeszeitpunkt und letzte Steuernummer. Weiterhin ist für das Finanzamt von Bedeutung, ob ein Testament beziehungsweise ein Erbvertrag vorhanden ist. Weiterhin ist von Bedeutung, ob ein Testamentsvollstrecker, Nachlasspfleger oder Nachlassverwalter eingesetzt worden ist. Wenn dies der Fall sein sollte, sind der vollständige Name und die Anschrift sowie die Telefonnummer dem Finanzamt mitzuteilen. Die Frage, ob ein Erbschein vorhanden oder beantragt worden ist, ist ebenfalls von Bedeutung. Bezüglich der Erben ist es entscheidend, dass dem Finanzamt mitgeteilt wird, wer alles Erbe geworden ist. Abschließend sind die Vermögenswerte festzustellen. Dazu gehören beispielsweise Immobilien, Betriebsvermögen, Wertpapiere, Kontoguthaben, Bausparguthaben, Steuererstattungsansprüche des Erblassers gegenüber seinem zuständigen Wohnsitzfinanzamtes, Zinsansprüche, Versicherungen, Sterbegelder, Abfindungen, Renten, Edelmetalle, Edelsteine, Hausrat sowie Urheberrechte und Erfindungen. Diese Aufzählung ist nicht abschließend und verdeutlicht den Umfang, was alles als Vermögen gewertet wird.

 

Zu berücksichtigen sind aber auch Nachlassverbindlichkeiten wie die Schulden des Erblassers, Darlehensschulden oder Steuerschulden. Weiterhin sind Erbfallkosten wie die Kosten der Bestattung, Kosten für ein Grabdenkmal, Grabpflege und Kosten für Nachlassregelungen zu berücksichtigen.

 

Sollten Vermächtnisse, Auflagen und Pflichtteilsansprüche bestehen, müssen diese ebenfalls dem Finanzamt gemeldet werden. Abschließend sind Schenkungen der letzten 10 Jahre anzuzeigen.

 

Steuerschuldner ist jeder, der aus einer Erbschaft etwas erwirbt. Das können Erben, Vermächtnisnehmer, Pflichtteilsberechtigte oder Begünstigter mit Auflagen sein. Dabei ist die Steuerschuld für die Begünstigten mit dem Todesfall des Erblassers entstanden. Wichtig ist noch zu wissen, dass Banken und Sparkassen der Meldepflicht unterliegen und bei Kenntniserlangung eine Meldung an das Finanzamt abgeben.