Grundschulden bei Nachlassimmobilien

Grundschulden bei Nachlassimmobilien

 

Grundsätzlich wird eine Erbschaft als etwas Schönes empfunden. Die finanziellen Möglichkeiten des Erben werden hierdurch aufgebessert. Jedoch werden die Nachteile einer Erbschaft oftmals ausgeblendet. Es gibt bei jeder Erbschaft Risiken, welche das Vermögen des Erben belasten können. Hierzu gehören beispielsweise eine Immobilie im Nachlass, welche mit Grundschulden belastet ist.

 

Für eine Vermögensmehrung bei einem Erben ist es erforderlich, dass eine zum Nachlass gehörende Immobilie unbelastet ist. Es muss in jedem Fall überprüft werden, ob an der Immobilie Rechte Dritter bestehen, die den Rechten der Erben vorgehen. Immobilien werden oftmals als Sicherheiten für Kredite verwendet. Wenn der Erblasser zu Lebzeiten ein größeres Darlehen aufgenommen hat, dann wird das Kreditinstitut mit großer Wahrscheinlichkeit eine Sicherheit hierfür gefordert haben. Gängige Praxis bei Banken und Sparkassen ist es, dass diese sich zur Absicherung ihrer Ansprüche aus einem Darlehensvertrag vom Darlehensnehmer Grundpfandrechte als Sicherheit im Grundbuch eintragen lassen. Zu den Grundpfandrechten werden Hypotheken und Grundschulden gezählt. Wenn ein Darlehensnehmer seine Kreditraten nicht mehr zahlen kann, so wird das Grundstück mit der dazugehörigen Immobilie durch eine Zwangsversteigerung durch die Bank oder Sparkasse verwertet. Weiterhin wäre ein freihändiger Verkauf als Verwertung in Betracht zu ziehen.

 

Der Erbe muss sich einen Überblick über die Belastungen einer Nachlassimmobilie verschaffen. Dies kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen. Der Erbe könnte sich die Unterlagen beim Erblasser ansehen. Hierzu gehören Kontoauszüge, welche Auskunft auf mögliche Kreditraten ermöglichen. Weiterhin wird jeder Grundstücksbesitzer eine Abschrift des Grundbuchauszuges haben. So kann hier in Abteilung III festgestellt werden, ob eine Hypothek oder eine Grundschuld eingetragen sind. Weiterhin können die Akten beim Erblasser auf mögliche Kreditverträge untersucht werden. Es besteht zudem die Möglichkeit, mit einem Erbschein Rücksprache mit den Banken zu halten, bei denen der Erblasser Konten unterhalten hat. So kann dieser ebenfalls in Erfahrung bringen, ob Kreditkonten vorhanden sind und wie diese abgesichert wurden. Sollten sich Hinweise auf Darlehen bzw. Grundpfandsicherheiten ergeben, so sind weitere Nachforschungen angezeigt. Es ist zu ermitteln, in welcher Höhe die Grundpfandrechte valutieren und wie hoch die noch zu zahlenden Verbindlichkeiten sind. Weiterhin ist zu prüfen, ob der Erbe die Zahlungsverpflichtungen tragen kann. Ist dies nicht der Fall, ist der Verkauf der Nachlassimmobilie zu kalkulieren. Es kann auch vorkommen, dass im Grundbuch noch eine Grundschuld oder Hypothek eingetragen ist, diese aber wertlos sind, da der Erblasser sein Darlehen zu Lebzeiten komplett getilgt hat. Es ist wichtig zu wissen, dass Grundschulden nicht automatisch aus dem Grundbuch entfernt werden, wenn die dazugehörige Schuld getilgt worden ist. In diesem Fall wären die Immobilie und das Grundstück unbelastet und würden zu 100 % in den Nachlass fallen.

 

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