Halbgeschwister

Halbgeschwister

 

Als Halbgeschwister werden Personen bezeichnet, mit denen man ausschließlich ein Elternteil gemeinsam hat. Beide Personen stammen also nicht vom selben Elternpaar ab. Entweder man hat einen gemeinsamen Vater oder eine gemeinsame Mutter. Ein Elternteil ist demzufolge unterschiedlich. Wenn ein gemeinsames Elternteil verstirbt, so sind Halbgeschwister ebenfalls erbberechtigt. Gerade bei großen Patchworkfamilien mit vielen verschiedenen Familienmitgliedern kann die Ermittlung der Erbquoten und die Feststellung, wer überhaupt alles erbberechtigt ist, stark an Komplexität zunehmen. Im deutschen Erbrecht müssen alle Nachkommen eines Erblassers gleichermaßen in der Erbfolge berücksichtigt werden, sodass die Halbgeschwister einen gleichen Anteil am Nachlass erhalten wie die anderen Geschwister. Dabei ist es unerheblich, ob die Halbschwester oder der Halbbruder aus einer anderen Ehe stammt oder unehelich gezeugt wurde. Dies hat auf die Erbquoten keinerlei Auswirkung. Es reicht die Tatsache, dass diese vom Erblasser abstammen. Dies ist im Zweifelsfall nachzuweisen. Oftmals wird es von den Erben als ungerecht empfunden, wenn das Erbe noch mit Halbgeschwistern geteilt werden muss, gerade dann, wenn diese nicht im gemeinsamen Haushalt gelebt haben und man keine Beziehung untereinander hatte. Jedoch muss trotz des ungerechten Empfindens die gleiche Erbquote im Rahmen einer vollkommenen Gleichberechtigung sichergestellt werden. Rechtlich gehören Halbgeschwister wie die anderen Geschwister zu den Erben zweiter Ordnung. Somit werden auch Halbgeschwister in der Erbfolge berücksichtigt, wenn die Erben der ersten Ordnung nicht erben können. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn kein Erbe des ersten Grades mehr lebt oder diese das Erbe ausgeschlagen haben.

 

Im Rahmen der Erbschaftssteuer gehören die Halbgeschwister wie auch die anderen Geschwister in die Steuerklasse II. Für sie gilt ein gemeinsamer Freibetrag in Höhe von EUR 20.000,00. Die Höhe der zu zahlenden Erbschaftssteuer oder Schenkungssteuer richtet sich somit nach der Steuerklasse, dem geltenden Freibetrag in der jeweiligen Steuerklasse und nach dem Verwandtschaftsgrad zum Erblasser oder der Erblasserin. Steuerrechtlich werden somit die Halbgeschwister genauso behandelt wie die anderen Geschwister. Weiterhin können die Kinder der erblassenden Person, sofern diese unter 27 Jahren alt sind, einen so genannten Versorgungsfreibetrag geltend machen. Auch dies steht den Halbgeschwistern zu, sofern das gemeinsame Elternteil verstorben ist. Jedoch ist zu beachten, dass der jeweilig zustehende Versorgungsfreibetrag gekürzt wird, soweit die überlebenden Ehepartner oder die Kinder nach dem Tod des Erblassers Versorgungsleistungen wie Hinterbliebenen- oder Waisenrente und Versorgungsbezüge erhalten, welche nicht unter die Erbschaftssteuer fallen. Weiterhin können zusätzliche Steuerbefreiungen geltend gemacht werden, wenn beispielsweise Hausrat oder Wohneigentum selber genutzt wird. Diese Freibeträge stehen auch Geschwistern und Halbgeschwistern zu. Auch Schenkungen in den letzten 10 Jahren sind steuerlich bei den Geschwistern und Halbgeschwistern zu berücksichtigen. Wenn alle Steuerfreibeträge berücksichtigt wurden, wird der steuerpflichtige Erwerb mit dem jeweils gültigen Prozentsatz der Steuerklasse multipliziert. Das Ergebnis ist die Steuerzahllast.

 

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