Hinterbliebenenrente

Hinterbliebenenrente

 

Angehörige des Verstorbenen haben häufig mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Wenn der Verstorbene der Hauptverdiener der Familie war, so sind die finanziellen Probleme besonders hoch. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es eine Hinterbliebenenrente. Dabei handelt es sich um eine Rente von Todes wegen, welche aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezahlt wird. Grundsätzlich besteht nur ein Anspruch auf die Hinterbliebenenrente, wenn der Verstorbene in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war. Weiterhin muss der Verstorbene eine Mindestanwartschaftszeit von 5 Jahren erfüllen. Das bedeutet, er muss 5 Jahre versichert gewesen sein und Beiträge eingezahlt haben. Jedoch sind die Bedingungen nicht streng auszulegen, da es eine Reihe von Ausnahmen gibt. Es gibt eine vorzeitig erfüllte Wartezeit, wenn der Versicherte mindestens einen Rentenversicherungsbeitrag eingezahlt hat und anschließend durch einen Schaden verstorben ist, welcher durch einen Wehr- oder Zivildienst verursacht wurde.

 

Eine Witwe oder ein Witwer erhält die Hinterbliebenenrente nach dem Tode des versicherten Ehegatten dann, wenn die Ehe mindestens ein Jahr bestanden hat, der verstorbene Versicherte die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hat und der Hinterbliebene nicht wieder geheiratet hat. Der Anspruch auf die Hinterbliebenenrente kann als kleine oder große Hinterbliebenenrente ausgezahlt werden. Die genannten Voraussetzungen gelten auch für eingetragene Lebenspartnerschaften.

 

Die kleine Witwen- beziehungsweise Witwerrente beträgt 25 Prozent der Rente, die der Ehepartner zum Zeitpunkt seines Todes beanspruchen hätte können. Diese wird längstens für zwei Jahre gezahlt.

 

Die große Witwen- beziehungsweise Witwerrente wird in Höhe von 55 Prozent der Rente des verstorbenen Versicherten bezahlt, wenn folgende Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind: Der Hinterbliebene muss erwerbsgemindert beziehungsweise berufsunfähig sein oder ein Kind unter 18 Jahren erziehen. Der Hinterbliebene kann auch für ein Kind sorgen, welches aufgrund einer Behinderung nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten. Dann spielt das Alter keine Rolle. Oder der Hinterbliebene hat das 45. Lebensjahr vollendet. Die Altersgrenze wird ab dem Jahr 2012 stufenweise vom 45. auf das 47. Lebensjahr angehoben.

 

Als Ergänzung zur Rente kann es gegebenenfalls einen Zuschlag für Kindererziehung geben. Für ältere Ehepaare, bei denen ein Partner am 01.01.2002 älter als 40 Jahre war, oder die zu diesem Zeitpunkt bereits verwitwet waren, gilt das alte Recht weiter. Das bedeutet, dass hier die große Witwen- beziehungsweise Witwerrente 60 Prozent der Rente des Verstorbenen beträgt. Diese wird ohne Kinderzuschlag gerechnet.

 

Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass die Anhebung des Renteneintrittsalters sich auf die Witwenrente auswirkt. Damit wird die Altersgrenze für Hinterbliebenen stufenweise von 45 auf 47 Jahre ansteigen. Die Rente wird entfallen, wenn die Witwe oder der Witwer wieder geheiratet hat oder eine neue eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen ist. Ein eigenes Einkommen wird auf die Hinterbliebenenrente angerechnet, soweit bestimmte Freibeträge überschritten werden.

 

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