Jahresbericht des Nachlasspflegers

Jahresbericht des Nachlasspflegers

 

ein Nachlasspfleger muss dem Nachlassgericht jährlich einen Tätigkeitsbericht einreichen. Dabei muss der Nachlasspfleger die Umstände und die von ihm durchgeführte Tätigkeit der Nachlasspflegschaft darlegen. Die Tätigkeit des Nachlasspflegers ist eng an die Vorgaben des Erblassers gebunden. Der Jahresbericht des Nachlasspflegers hat eine Kontrollfunktion inne, sodass sichergestellt werden kann, dass der Nachlasspfleger den Weisungen des Erblassers entsprechend handelt.

 

Eine Schlussrechnung entbindet den Nachlasspfleger nicht von den laufenden Jahresabrechnungen. Zu den Pflichten des Nachlasspflegers gehört nicht nur die Abfassung eines Rechenschaftsberichtes, sondern auch die jährliche Abrechnung. Dabei ist festzuhalten, dass sich eine Nachlasspflegschaft meistens über mehrere Jahre hinzieht. Der Zeitraum der Nachlasspflegschaft wird dabei meistens im Testament durch den Erblasser bestimmt. Dabei steht es dem Erblasser frei, die Pflegschaft bis zur Aufteilung des Erbes oder dauerhaft anzuordnen. Weiterhin ist festzuhalten, dass die Arbeit des Nachlasspflegers nach dem entstandenen Aufwand vergütet wird. Die Vergütung kann ebenfalls durch den Erblasser in der Verfügung von Todes wegen festgehalten werden. Meistens ist die Arbeit des Nachlasspflegers dann zu Ende, wenn eine Auseinandersetzung des Nachlasses erfolgt. Mit Auseinandersetzung ist gemeint, dass die Erben entsprechend ihres Anteils das ihnen zustehende Erbe erhalten. Mit der Schlussrechnung ist dann die Tätigkeit des Nachlasspflegers beendet.

 

Wenn der Erblasser eine dauerhafte Nachlasspflegschaft anordnen sollte, kann sich diese bis zu einem Zeitraum von 30 Jahren hinziehen. Sollte es hierzu kommen, dann ist ein laufender Jahresbericht des Nachlasspflegers wichtig und zwingend vorgeschrieben. Der Jahresbericht muss dabei auch den Erben vorgelegt werden, wenn diese es verlangen. Das liegt daran, dass der Erbe auch bei einer Nachlasspflegschaft ein umfassendes Informationsrecht besitzt. Daher muss dieser den Erben vorgelegt werden und bei Bedarf auch erklärt werden. Sollten Unstimmigkeiten vorhanden sein, so besteht die Möglichkeit, dass die Erben sich juristischen Rat bei einem Rechtsanwalt einholen, welcher auf das Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht spezialisiert ist. Weiterhin haben die Erben die Möglichkeit, unter Umständen den Nachlasspfleger abzulösen.

 

Zusätzlich zum Jahresbericht hat der Nachlasspfleger die Aufgaben der Organisation und Durchführung der Beerdigung. Er ist ferner für die Wohnungsauflösung und Verwertung des Hausrates und der Nachlassimmobilien zuständig. Der Nachlasspfleger muss eine Erbschaftssteuererklärung erstellen und Vermögensverzeichnisse anfertigen. Das Vermögensverzeichnis und weitere Berichte und Rechnungslegung sind gegenüber dem zuständigen Nachlassgericht einzureichen. Grundsätzlich werden Nachlasspfleger von den zuständigen Nachlassgerichten ausgewählt und zum gesetzlichen Vertreter der unbekannten Erben bestellt. Spezielle berufliche Voraussetzungen für diese Tätigkeit gibt es nicht. Juristische und buchhalterische Fachkenntnisse sind jedoch von Vorteil. Daher kann festgehalten werden, dass hauptsächlich Juristen, Steuerberater oder Berufsbetreuer für diese Tätigkeit geeignet sind. Der Berufsbetreuer wird dabei für das Vormundschaftsgericht tätig. Die Berufsbetreuer regeln das Recht erwachsener Menschen mit körperlichen, seelischen und geistigen Behinderungen.

 

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