Kapitallebensversicherung

Kapitallebensversicherung

 

die meisten Erblasser besitzen in ihrem Nachlass eine Lebensversicherung. Bei Lebensversicherungen, welche auf den Todesfall abgeschlossen werden, verpflichtet sich ein Versicherungsunternehmen, im Falle des Ablebens des Versicherungsnehmers einen vorher vereinbarten Geldbetrag auszuzahlen. Im Rahmen der Erbschaft stellt sich die Frage, wem die Versicherungssumme nach dem Tod des Versicherungsnehmers zusteht. Die Erben, aber auch die Pflichtteilsberechtigten haben an der Lebensversicherung ein Interesse.

 

Wenn der Erblasser in seinem Lebensversicherungsvertrag einen Bezugsberechtigten benannt hat, an den die Versicherungssumme ausbezahlt werden soll, dann wird genau dieser Bezugsberechtigte den Versicherungsbetrag bei Ableben des Erblassers alleine erhalten. Damit fällt der Geldbetrag, welcher aus der der Lebensversicherung stammt, nicht in den Nachlass. Wenn der Erblasser in seinem Lebensversicherungsvertrag einen Erben als Bezugsberechtigten benannt hat, dann ist die Versicherungssumme nach der Auslegungsregel in § 160 II Versicherungsvertragsgesetz (VVG) an die Erben nach den individuellen Erbteilen auszubezahlen. Auch in diesem Szenario fällt die Versicherungsleistung nicht in den Nachlass. Wenn die im Versicherungsvertrag als bezugsberechtigte eingetragene Person vor dem Erblasser verstirbt, dann fällt die Lebensversicherung im Zweifel in den Nachlass, wenn der Erblasser gegenüber der Versicherungsgesellschaft keinen Ersatzbegünstigten benannt hat.

 

Es kann also festgehalten werden, dass ein in einer Lebensversicherung benannter Bezugsberechtigter dafür sorgt, dass der Versicherungsbetrag nicht die Höhe der Erbschaft beeinflusst und auch nicht bei der Berechnung der Pflichtteilsansprüche zugrunde gelegt wird. Für den Pflichtteilsberechtigten kommen lediglich die Pflichtteilsergänzungsansprüche aus § 2325 BGB in Betracht. Wenn man als Bezugsberechtigter in einer Lebensversicherung, welche auf den Todesfall abgeschlossen ist, benannt wurde, so muss der Bezugsberechtigte immer berücksichtigen, dass nach § 3 I Nr. 4 ErbStG auf die Versicherungssumme Erbschaftssteuer zu entrichten ist. Jedoch sind der Verwandtschaftsgrad und damit verbunden der persönliche Freibetrag und die jeweilige Steuerklasse zu berücksichtigen.

 

Bei Erreichung eines bestimmten Alters, wird die Kapitallebensversicherung an den Versicherungsnehmer ausgezahlt. Somit fällt der Todesschutz weg. Wenn eine Risikolebensversicherung abgeschlossen wurde, so wird lediglich der Todesfall abgesichert und der Bezugsberechtigte erhält den Geldbetrag. Eine Kapitalzahlung bei Erreichung eines vorher definierten Alters wird nicht ausgelöst. Dafür ist die Versicherung auch um einiges preiswerter, da hier kein Kapital für den Erlebensfall angespart werden muss. Bezüglich der Besteuerung ist zu berücksichtigen, dass Neuverträge, welche nach dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden, das alte Steuerprivileg verloren haben. Kapitalerträge, welche während der Ansparphase entstehen, müssen zu 50% versteuert werden. Als Voraussetzung hierfür gilt, dass die Laufzeit mindestens 12 Jahre beträgt, der Todesfallschutz mindestens 60 Prozent der Beitragssumme beträgt und die Auszahlung nach dem 60. Geburtstag vereinbart wird. Bei der Kapitallebensversicherung besteht während der Laufzeit ein entsprechender Versicherungsschutz. Als reiner Sparvertrag sind diese Versicherungen jedoch nicht zu empfehlen, da die Grundverzinsung in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist und es allgemein bekannt ist, dass die teuerste Versicherung die Versicherung des menschlichen Todes ist. Somit müsste die Versicherung eigentlich Todesversicherung heißen. Unter Marketinggesichtspunkten klingt Lebensversicherung jedoch schöner.

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