Keine Angehörigen bei Beerdigung

Keine Angehörigen bei Beerdigung

 

In der Bundesrepublik Deutschland kommt es regelmäßig vor, dass Menschen versterben, welche keine Angehörigen mehr haben oder wo die Angehörigen keinen Kontakt mehr zum Verstorbenen unterhalten. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn diese weggezogen sind. In einem solchen Fall steht niemand zur Verfügung, um die Bestattung zu organisieren und die Kosten hierfür zu tragen. Wenn dies der Fall ist, dann ist die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, die Beerdigung zu organisieren und die anfallenden Kosten hierfür zu tragen. Die Stadt München hält beispielweise eine richtige Trauerfeier ab. Das tut die Stadt München sogar dann, wenn niemand an der Trauerfeier teilnimmt. Die Bundesrepublik Deutschland ist hierzu aufgrund der Bestattungspflicht verpflichtet. Am Beispiel vom Freistaat Bayern versucht ein Team von Mitarbeitern der Stadt München im Voraus zu recherchieren, ob Verwandte vorhanden sind. Dabei sind zwei Dinge von Bedeutung. Dem Verstorbenen soll eine würdige Bestattung ermöglicht werden und gleichzeitig sollen Angehörige gefunden werden, welche die Kosten für die Bestattung übernehmen. Nach dem Bayrischen Bestattungsgesetz sind die Angehörigen dazu verpflichtet, die Kosten zu tragen. Zu den Angehörigen zählen sogar Nichten, Neffen, Stiefkinder und die Schwiegereltern. Im Ausnahmefall kann der Freistaat Bayern die Kosten für die Bestattung übernehmen. Das ist dann der Fall, wenn den Angehörigen nicht zumutbar ist, die finanzielle Belastung zu tragen. Hierfür zuständig ist das Sozialamt.

 

Wichtig zu betonen ist, dass es nicht um Armenbestattung geht. Einsamkeit gibt es in allen Gesellschaftsschichten. Das liegt unter anderem daran, dass die Menschen immer älter werden und daher die Familienangehörigen und der Freundeskreis bereits verstorben sind. Die Anonymität in Großstädten erleichtert zudem den Vereinsamungsprozess. Daher kommt es sogar vor, dass verstorbene Menschen erst dann gefunden werden, wenn es im Treppenhaus zu unangenehmen Gerüchen kommt.

 

Um Angehörigen zu finden, wird bei Einwohnermeldeämtern und Standesämtern nach Familienangehörigen gesucht. Weiterhin werden mehrfach in der Woche Todesanzeigen in Tageszeitungen geschaltet. Die Resonanz hierauf fällt unterschiedlich aus. So kommt es vor, dass viele anrufen, aber auch das keiner anruft. Der Zeitrahmen bei einer Recherche ist jedoch ziemlich eng gesteckt. Gleichzeitig zur Recherche fällt auch die Vorbereitung zur Bestattung an. Der Verstorbene soll spätestens vier Tage nach seinem Tod beerdigt werden. Im Idealfall ist die Beerdigung dabei von den Angehörigen selber organisiert und bezahlt. Daraus folgt, dass eine gleichzeitige Organisation aller Aufgaben der Behörde durchgeführt werden muss. Und dies möglichst zeitnah.

 

Sind keine Angehörigen gefunden worden, wird die einfache, kostengünstige, ortsübliche und würdevolle Beerdigung von der Stadt durchgeführt, wo der Verstorbene gelebt hat. In München wird eine Erdbestattung durchgeführt. In anderen Gemeinden Deutschland wird lediglich eine Feuerbestattung und Beisetzung im anonymen Gräberfeld vollzogen, da dies kostengünstiger ist.

 

Mehr Informationen rund ums Testament finden sie hier auf den folgenden Seiten