Konfusion

Konfusion

 

Der Begriff Konfusion beschreibt eine spezielle zivilrechtliche Konstellation. Es wird von einer Konfusion gesprochen, wenn eine einzige Person gleichzeitig Gläubiger und Schuldner ist. Somit hat eine Person bei Vorliegen einer Konfusion eine Zahlungsverpflichtung sich selber gegenüber und gleichzeitig Forderungen. Die juristische Schlussfolgerung ist, dass die bestehende Forderung verfällt, wenn eine Verbindlichkeit in der gleichen Höhe vorliegt. Im Erbrecht kommt eine Konfusion durchaus vor, weshalb diese Thematik für Erben von besonderem Interesse sein sollte. Wenn ein Erblasser nur einen einzigen Alleinerben hinterlässt, wird dieser den gesamten Nachlass erben. Wenn sich dieser Erbe jedoch vor einigen Jahren einen Geldbetrag vom Erblasser geliehen hat und nicht vollständig oder gar nicht zurückgezahlt hat, dann hat der Erblasser eine Verbindlichkeit bei dem Erblasser. Es liegt im Fall einer eintretenden Erbschaft eine Konfusion vor. Aufgrund der Universalsukzession tritt der Erbe in die Rechte und Pflichten des Erblasser vollständig ein. Damit hat er Forderungen und Verbindlichkeiten welche in seiner eigenen Person begründet sind. Die Forderung, den Kredit zurück zu zahlen, geht vom Erblasser auf den Erben über. Die Verbindlichkeit des Erben gegenüber dem Erblasser ist ebenfalls auf ihn übergegangen. Der Erbe übernimmt gleichzeitig die Rolle des Gläubigers und des Schuldners. Diese Forderung, welche aus dem Nachlass resultieren, erlöschen im Zuge der Nachlassabwicklung, da eine Person nicht gleichzeitig Gläubiger und Schuldner sein kann.

 

Wenn der Erblasser Schuldner seines Alleinerben war, liegt ebenfalls eine Konfusion vor. Da der gesamte Nachlass nun in den Besitz des Erben übergeht, kann dieser natürlich keine Forderungen mehr gegenüber dem Erblasser geltend machen, weil er sich ansonsten noch die offene Summe selber zahlen müsste. Denn der Erbe tritt ja vollständig in die Rechte und Pflichten des Erblassers ein. Durch die Konfusion werden also auch hier sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen dem Erblasser und dem Alleinerben für null und nichtig erklärt, da der Erbe nun Schuldner und Gläubiger in einer Person ist.

 

Ein anderer Begriff für Konfusion ist Pflicht gegen sich selber. Nicht nur ein Erbfall, wo ein Erblasser auf einen Alleinerben trifft, sondern auch eine Abtretung sorgt für das Vorliegen einer Konfusion. Auch bei einer Abtretung werden alle Forderungen und Verbindlichkeiten erlöschen. Die Konfusion ist im Gesetz nicht näher definiert. Jedoch kann als juristische Grundlage für den Vorgang des Erlöschen der Forderungen und Verbindlichkeiten, wenn beides in einer Person begründet ist, der § 425 II BGB herangezogen werden. Dieser sieht das Erlöschen einer Gesamtschuld vor, sobald die Schuld mit der Forderung vereinbart wird. Das ist genau das, was eine Konfusion oder die Pflicht gegen sich selber ausmacht. Dieser Sachverhalt kommt in der Praxis selten vor. Wenn dieser Sachverhalt vorkommt, dann meistens im Rahmen einer Erbschaft.

 

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