Leichenfund

Leichenfund

 

Es wird von einem Leichenfund gesprochen, wenn der Leichnam einer unbekannten Person aufgefunden wird. Gleichzeitig spricht man auch von einem Leichenfund, wenn die Leiche Zeichen eines unnatürlichen Todes aufweist. In beiden Fällen muss die zuständige Polizei einen Leichenfund der zuständigen Staatsanwaltschaft mitteilen oder dies bei dem zuständigen Amtsgericht zur Anzeige bringen. Stellt sich heraus, dass Fremdverschulden vorliegt, wird aus dem Todesfall ein Tötungsdelikt, wobei immer noch ungeklärt ist, ob es sich um einen vom Täter schuldhaft verursachten Unfall, Körperverletzung mit Todesfolge, Totschlag oder tatsächlich Mord handelt. Erst wenn aufgrund der Spurenlage oder einer Zeugenaussage oder einem Geständnis mit großer Wahrscheinlichkeit vom Vorsatz des Täters ausgegangen werden kann, wird der Fall zu einem Mordfall. Steht fest, dass es sich um einem Mordfall handelt, wird eine Mordkommission gegründet. Diese besteht aus Mitarbeitern verschiedener Abteilungen. Nach einem Leichenfund werden die Zeugen befragt, sofern vorhanden. Sind keine Zeugen anzutreffen, wird eine Haus zu Haus Befragung durchgeführt. Dies geschieht jedoch nur dann, wenn die Leiche in einer bewohnten Gegend aufgefunden wurde.

 

Wenn beispielsweise festgestellt wird, dass der Mörder ein Erbe ist, dann wird dieser durch die Tat erbunfähig und geht komplett leer aus. Auch der Pflichtteil fällt weg. Das ist in § 2339 I Nr. 1 BGB (vorsätzliche Tötung des Erblassers) geregelt. Nach dem Ausschluss des Mörders wird geschaut, ob weitere Erben vorhanden sind, welche als Erbe in Frage kommen können. Somit könnten die Abkömmlinge des Mörders durchaus als Erbe in Frage kommen. Weiterhin könnte ein Testament vorhanden sein, in welchem der Erbe definiert ist. Auch hier gilt, sollte es der Mörder sein, so kann er nicht erben. Wenn keine Erben vorhanden sind, so erbt schlussendlich der Staat. Sollte der Mörder, welcher als Erbe in Frage kommt aus Mangel an Beweisen nicht verurteilt werden können, so verliert er seine Erbenstellung auch nicht. Im Zweifel gilt immer: In dubio pro reo. Das bedeutet im Juristischen: Im Zweifel für den Angeklagten. Motive für einen Mord können somit nicht als Beweis herangezogen werden. Es ist festzuhalten, dass auch der Versuch einer Tötung bereits zur Erbunwürdigkeit führt. Weiterhin führen auch harmlosere Vergehen zur Erbunwürdigkeit, wie beispielsweise das vorsätzliche und widerrechtliche verhindern eine Verfügung von Todes wegen zu erstellen. Wer den Erblasser durch arglistige Täuschung oder widerrechtliche Drohung bestimmt hat, eine Verfügung von Todes wegen zu erstellen, ändern oder aufzuheben, verliert ebenfalls seine Stellung als Erbe. Die Erbunwürdigkeit tritt nicht ein, wenn vor dem Eintritt des Erbfalls die Verfügung, zu deren Errichtung der Erblasser bestimmt oder in Ansehung deren die Straftat begangen worden ist, unwirksam geworden ist, oder die Verfügung, zu deren Aufhebung er bestimmt worden ist, unwirksam geworden sein würde.

 

Mehr Informationen rund ums Testament finden sie hier auf den folgenden Seiten