Luftverschollenheit

Luftverschollenheit

 

Wenn ein Flugzeug abstürzt, ohne dass alle Leichen gefunden werden, spricht man von Luftverschollenheit. Trotz Nichtauffindens der Leichen werden diese nach Ablauf einer bestimmten Frist für tot erklärt. In der Bundesrepublik Deutschland wird dies nach § 6 des Verschollenheitsgesetztes geregelt. Danach werden Menschen, welche durch einen Flugzeugabsturz verschollen sind, drei Monate nach Zerstörung des Flugzeugs für tot erklärt. Die Luftverschollenheit gilt dabei nicht nur für Flugzeuge, sondern für alle Luftfahrzeuge. Somit ist auch ein Heißluftballon eingeschlossen. Selbst wenn eine Passagiermaschine einfach vom Radar verschwindet, und nicht mehr auftaucht, werden nach einer dreimonatigen Frist die Passagiere für tot erklärt. Somit wird nach einer dreimonatigen Frist davon ausgegangen, dass die Passagiermaschine zerstört worden ist. Die knappe Frist von drei Monaten ist bei der Luftverschollenheit gerechtfertigt, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass die Überlebenschance bei einem Flugzeugabsturz sehr gering ist. Somit wurde bei der Festlegung der Frist die Wahrscheinlichkeit des Überlebens sehr stark berücksichtigt. Bei einer Gefahrverschollenheit kann erst nach einem Jahr eine Todeserklärung beantragt werden. Wenn eine Person einfach so verschwindet, ohne dass eine Gefahrverschollenheit vorliegt, müssen sogar zehn Jahre vergehen, bis eine Person für tot erklärt werden kann. Als Ausnahme der normalen Verschollenheit gilt, wenn eine Person bereits das 80. Lebensjahr erreicht hat, dann kann die Person bereits nach fünf Jahren für tot erklärt werden. Ein Beispiel für eine Gefahrverschollenheit stellt beispielsweise die Tsunami-Katastrophe Ende 2004 dar. Wer hierbei ums Leben gekommen ist und nicht mehr aufgefunden werden konnte, wird nach einem Jahr im Rahmen der Gefahrverschollenheit für tot erklärt.

 

In der Bundesrepublik Deutschland betrifft der größte Anteil von Verschollenenfällen den zweiten Weltkrieg. Bei Vorliegen einer Kriegsverschollenheit kann nach dem Gesetz nach einem Jahr eine Person für tot erklärt werden. Relevant sind die Sachverhalte für Erbauseinandersetzungen und für Lebensversicherungen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass auch eine Todeserklärung wieder aufgehoben werden kann. Das passiert dann, wenn der für tot Erklärte plötzlich wieder auftaucht.

 

Bei der Klärung von Vermisstenfällen wird immer nach einem bestimmten Muster vorgegangen. So werden Abstammung, Familienverhältnisse, Beruf, Geburtsort geklärt. Bei Bedarf wird bei dem Deutschen Roten Kreuz und bei der Polizei angefragt, ob Informationen vorhanden sind. Wenn die Such- und Informationsstellen nichts wissen, muss für die Todeserklärung die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden. Hat die Staatsanwaltschaft keine Einwände, wird das Aufgebot für die Todeserklärung erlassen. Dabei wird bei Verschollenen die Person in eine Verschollenheitsliste eingetragen und veröffentlicht. Die Verschollenheitsliste wird im Bundesanzeiger veröffentlicht. Dabei wird der Verschollene aufgefordert, sich binnen einer Frist von sechs Wochen bei der angegebenen Stelle zu melden. Das Aufgebot für die Todeserklärung kann auch in Tageszeitungen veröffentlicht werden. Todeserklärungen werden ebenfalls abschließend veröffentlicht.

 

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