Miterbe

Miterbe

 

Wenn ein Erblasser mehr als einen Erben hinterlassen hat, oder in seinem Testament bestimmt, so liegen ein oder mehrere Miterben vor. Bei der Auseinandersetzung des Erbschaftsvermögens kann zwischen den Miterben Streit um das Erbe entstehen. So kann beispielsweise das Szenario beobachtet werden, dass ein Kind nach dem Tod des Vaters mit der Zwangsversteigerung des elterlichen Wohnhauses und gleichzeitig Wohnsitz der Mutter droht. Ein solches Szenario lässt sich mit Hilfe des Berliner Testaments zu Gunsten der Mutter abwenden. Das Berliner Testament wurde bereits in einem Artikel skizziert. Ein weiteres Szenario wäre es, wenn sich Bruder und Schwester bei der Erbauseinandersetzung gegenseitig bekämpfen und sich dabei gegenseitig des Betrugs, der Urkundenfälschung oder anderer Straftaten beschuldigen, um möglichst viel von der Erbschaft für sich zu beanspruchen. In diesem Zusammenhang sei auch auf den Spruch hingewiesen, dass bei Geld Freundschaft und Familie aufhören. Auch wenn es zuerst undenkbar erscheint, so kann eine harmonische Familie durchaus schnell zerrüttet oder vollständig zerstört werden, wenn es um eine Erbschaft geht. Denn dann gilt meistens ein weiteres Sprichwort: Gier frisst Hirn. Meistens enden solche Erbschaften vor Gericht, was allen beteiligten Miterben viel Geld kostet und das Vertrauensverhältnis zwischen den Miterben vollständig zerstören wird. Daher ist es wichtig, dass der Erblasser in seiner letztwilligen Verfügung von Todes wegen möglichst genaue Angaben macht, was mit seinem Erbe passieren soll und welche Person was erhält. Dabei ist weiterhin zu berücksichtigen, dass den Erben jeweils Pflichtteilen zustehen. Diese Pflichtteile dürfen in keinem Fall vom Erblasser in der Verteilung des Erbes unterschritten werden. Bei Unsicherheiten bezüglich des Pflichtteilsrechts und der Aufteilung des Erbes auf die jeweiligen Erben sollte ein Rechtsanwalt bzw. Fachanwalt auf Erbrecht oder Familienrecht hinzugezogen werden. Das Testament kann auch bei einem Notar erstellt werden, welcher ebenfalls bezüglich der Erbaufteilung beratend zur Seite stehen kann. Erfolgt keine Einigung im Testament bezüglich der Aufteilung der Erbschaft, so findet die gesetzliche Erbfolge Anwendung. Damit verbunden erfolgt auch die Aufteilung nach den gesetzlichen Erbquoten.

 

Rein rechtlich ist weiterhin zu beachten, dass die Miterben eine Gesamthandsgemeinschaft bilden. Das hat zur Folge, dass jeder einzelne Nachlassgegenstand, jede Forderung oder jede Verbindlichkeit allen Miterben gemeinschaftlich zugerechnet wird. Die Konsequenz ist, dass die jeweiligen Mitglieder der Erbengemeinschaft nicht alleine über bestimmte Teile des Nachlasses bestimmen dürfen. Es können immer nur alle gemeinsam über das Nachlassvermögen entscheiden. Alleine schon in einem solchen Szenario bietet es sich an, dass der Erblasser einen oder mehrere Testamentsvollstrecker in seinem Testament bestimmt. Diese können bei mehreren Erben Streitigkeiten vorbeugen und die Erbauseinandersetzung begleiten. Dies wurde in einem anderen Artikel bereits dargelegt. Die Erbengemeinschaft endet in jedem Fall mit der Beendigung der Teilung des Nachlasses.

 

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