Mitgift

Mitgift

 

Die Mitgift wird auch Aussteuer genannt. Damit ist gemeint, dass die zukünftige Ehefrau Mitgift in die Ehe einbringt, um die Attraktivität der Eheschließung für den zukünftigen Ehemann zu erhöhen. Als Mitgift wird üblicherweise Vermögen in Form von Gütern und Hausrat bezeichnet. Kulturell ist die Mitgift eine festgelegte Form des Gabentausches. Dabei wird diese vom Vater der Braut an den Vater des Bräutigams oder direkt an das Ehepaar übergeben. In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Mitgift noch bis ins späte 20. Jahrhundert praktiziert. Dabei haben junge Frauen bis zum Zeitpunkt ihrer Heirat eine Grundausstattung an Gütern für den zukünftigen Hausrat erhalten. Dabei bestand die Aussteuer aus hochwertigen Heimtextilien, Essgeschirr und anderen Gütern, welche im gemeinsamen Haushalt benötigt werden. Weiterhin wurde bei der Aussteuer darauf geachtet, dass diese in Menge und Qualität bis ins hohe Alter ausreichte. Jedoch hat diese Tradition im Laufe des letzten Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung verloren und wird Anfang des 21. Jahrhunderts nur noch selten angewendet.

 

Dabei kann zwischen direkter und indirekter Mitgift unterschieden werden. Die direkte Mitgift wird von der Verwandtschaft der Braut, meistens sind dies die Eltern, bezahlt, während die indirekte Mitgift von der Familie des Bräutigams aufgebracht wird. Weiterhin wird noch die Widerlage unterschieden. Dabei handelt es sich um Vermögensbestandteile, welche von dem zukünftigen Ehemann in der eheliche Vermögen eingebracht werden und vor allem der Witwenabsicherung dienen. Somit konnte mit der Widerlage für den Todesfall des Ehemannes vorgesorgt werden, da die Ehefrau durch diese nicht mittellos ist. Die Morgengabe geht ebenfalls vom Ehemann oder seiner Familie direkt an die Braut und steht zu ihrer freien Verfügung. Sie heißt deshalb Morgengabe, weil diese am Morgen nach der Hochzeit gezahlt wird.

 

Von Mitgift, Widerlage und Morgengabe wird noch das Brautgelt unterschieden. Das Brautgeld auch Brautpreis genannt, wird vor der Hochzeit vom Bräutigam an den Vater oder die Familie der Braut gezahlt.

 

Der Grund der Mitgift liegt im Aufbau eines eigenen Haushalts. Weiterhin kann auch mit der Mitgift eine Absicherung für den Todesfall des Ehemannes geschaffen werden, da die Mitgift eine Absicherung für die Witwe darstellt. In Gesellschaften, welche die Töchter aus der Linie der Vererbung ausschließen, kann die Mitgift auch als vorgezogenes Erbe angesehen werden. Dabei richtet sich die Höhe der Mitgift vor allem nach der sozialen Stellung des Bräutigams. Der Brauch der Mitgift war in vielen Teilen der Welt verbreitet. Insbesondere war die Mitgift in Europa im römischen Dotalrecht, in Afrika und Indien verbreitet.

 

Im heutigen deutschen Recht ist die Ausstattung des Kindes eine Schenkung aus dem Elternvermögen anlässlich einer Heirat oder Existenzgründung. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es keinen einklagbaren Anspruch hierauf gibt. Es handelt sich damit um eine freiwillige Leistung der Eltern.

 

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