Möhringsche Tabelle

Möhringsche Tabelle

 

Nach § 2221 BGB wird festgelegt, dass der Testamentsvollstrecker für die Übernahme des Amtes eine angemessene Vergütung verlangen kann, sofern der Erblasser nichts anderes bestimmt hat. Damit ist bei der Entlohnung eines Testamentsvollstreckers zu berücksichtigen, was der Erblasser in seiner letztwilligen Verfügung von Todes wegen angeordnet beziehungsweise testiert hat. Der Erblasser kann bestimmen, dass der Testamentsvollstrecker eine überproportional hohe Vergütung erhalten soll, um sich auf diesem Weg die Dienste eines sehr qualifizierten Testamentsvollstreckers zu sichern. Genauso kann der Erblasser in seinem Testament oder Erbvertrag bestimmen, dass der Testamentsvollstrecker für seine Tätigkeit nur eine geringe oder gar keine Vergütung erhalten soll. Damit soll eine zusätzliche Belastung des Nachlasses durch den Testamentsvollstrecker vermieden werden. Jedoch muss der Erblasser dann damit rechnen, dass der Testamentsvollstrecker sein Amt gar nicht erst antritt und die Übernahme der Aufgabe ablehnt. Der Erblasser sollte sich an den geltenden Grundsätzen orientieren, welche auch die Rechtssprechung angewendet hat, in denen es zu streitigen Auseinandersetzungen zwischen Erben und Testamentsvollstreckern über die Angemessenheit der Vergütung gekommen ist. Die Gerichte nehmen bei einem Streitfall verschiedene Vergütungstabellen zur Hilfe, welche im Laufe der Zeit von verschiedenen Stellen aufgestellt worden sind. Bei einer Anwendung der Tabellen ist jedoch darauf zu achten, dass der Wert nicht starr auf den vorliegenden Fall angewendet werden kann. Diese Werte dienen nur zur Orientierung und müssen die Umstände des Einzelfalls berücksichtigen. Als Orientierungspunkte für eine angemessene Vergütung der Testamentsvollstreckung kann die Rheinische Tabelle des Vereins für das Notariat in Rheinpreußen aus dem Jahr 1925 angesehen werden. Diese wird auch die Möhringsche Tabelle genannt. Weiterhin existieren auch weitere Tabellen wie Eckelskempersche Tabelle, Klingelhöffersche Tabelle, Grollsche Tabelle oder Tscheischgale Tabelle. Dabei regeln all diese Tabellen eine Vergütung des Testamentsvollstreckers. Dabei verändert sich der Prozentsatz der Vergütung in Abhängigkeit der Höhe des Nachlasswertes.

 

In der Klingelhöfferschen Tabelle wird folgender Vergütungssatz vorgeschlagen:

 

bis EUR 25.000,00             7,00% vom Nachlasswert

bis EUR 50.000,00             6,00% vom Nachlasswert

bis EUR 100.000,00                       5,00% vom Nachlasswert

bis EUR 200.000,00                       4,50% vom Nachlasswert

bis EUR 500.000,00                       4,00% vom Nachlasswert

bis EUR 1.000.000,00        3,00% vom Nachlasswert

über EUR 1.000.000,00     1,00% vom Nachlasswert

 

Diese Werte sind als unverbindliche Empfehlung anzusehen, und können auch variieren. Zuschläge können anfallen, wenn beispielsweise ein außergewöhnlicher Aufwand für die Auseinandersetzung des Nachlassvermögens anfällt. Eine schwierige Nachlassverwaltung, komplizierte Gestaltungsaufgaben oder die Erledigung von Steuerangelegenheiten können ebenfalls einen Aufschlag rechtfertigen. Wenn der Testamentsvollstrecker nicht nur mit der Abwicklung des Nachlasses, sondern gleichzeitig auch mit einer auf Dauer angelegten Betreuung des Nachlasses betraut wurde, kann noch eine zusätzliche Vergütung anfallen. Somit sind die Werte aus der Klingelhöfferschen Tabelle als Grundvergütung zu verstehen, wo gegebenenfalls weitere Aufschläge für extra Dienstleistungen anfallen.

 

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