Nachlassempfänger

Nachlassempfänger

 

Als Nachlassempfänger wird eine Person bezeichnet, welche nach dem Tod des Erblassers in den Besitz von dessen Vermögen gelangt. Wer das Vermögen des verstorbenen Erblassers von Todes wegen erwirbt, gilt als Nachlassempfänger. In der Regel wird der Nachlassempfänger auch als Erbe bezeichnet, da sich das Nachlassvermögen des Verstorbenen im Zuge der Erbschaft in den Besitz des Erben übergeht.  Es kann also festgehalten werden, dass der Nachlassempfänger als Synonym für das Word Erbe gilt. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass es eine Vielzahl von Erben geben kann. Bei einem Erben kann beispielsweise weiter unterschieden werden in Vorerbe und Nacherbe.

 

Um Nachlassempfänger zu werden, muss als Grundvoraussetzung der Tod des Erblassers vorliegen. Erst dann wird dessen Vermögen zum Nachlass erklärt, welches im Rahmen der Universalsukzession auf den gesetzlichen oder testamentarischen Erben beziehungsweise Nachlassempfänger übergeht. Die gewillkürte Erbfolge findet immer dann Anwendung, wenn der Erblasser zu Lebzeiten in seiner letztwilligen Verfügung von Todes wegen einen oder mehrere Erben eingesetzt hat. Wenn der Erblasser in seinem Testament oder Erbvertrag keinen Erben eingesetzt hat, so findet die gesetzliche Erbfolge Anwendung. Wer nicht bedacht wurde oder enterbt wurde, kann aber unter Umständen erbrechtliche Ansprüche an den Nachlassempfänger stellen. Dies kann dann der Fall sein, wenn beispielsweise Vermächtnisse vorliegen oder bei der Verteilung des Nachlasses die Pflichtanteilsansprüche verletzt wurden. Es ist weiterhin festzustellen, dass der Nachlassempfänger das alleinige Entscheidungsrecht besitzt, ob er eine Erbschaft beziehungsweise das Vermögen des Erblassers annimmt oder nicht. Der Nachlassempfänger kann sich auch für die Ausschlagung der Erbschaft binnen einer Frist von 6 Wochen ab Kenntnisnahme des Todes entscheiden. Dies wird der Nachlassempfänger regelmäßig dann machen, wenn es zu einer Überschuldung des Nachlasses gekommen ist.

 

Wichtig für den Verstorbenen ist es, dass dieser möglichst frühzeitig seine Erbschaft regelt. Denn ohne ein Testament wird die gesetzliche Erbfolge greifen. Diese berücksichtigt nur die nächsten Angehörigen. Dabei wird sich das Gesetz nur am Stammbaum der Familie orientieren. Für den Fall dass es mehrere Erben gibt, kann dies schnell zu Problemen führen. In einer Erbengemeinschaft kommt es unter den vielen Mitgliedern schnell zu Streit. Bei Immobilien beispielsweise hat jeder gesetzliche Erbe das Recht, sich seinen Anteil auszahlen zu lassen. Ist dies den anderen Erben nicht möglich, müssen sie unter Umständen die geerbte Immobilien sogar dann verkaufen, wenn diese noch von einem Erben genutzt wird. Nur mit Hilfe eines Testaments kann solchen Problemen vorgebeugt werden, was letztendlich unterstreicht, dass sich jeder frühzeitig mit seiner Erbschaft beschäftigen muss. Dabei muss das Testament so eindeutig formuliert werden wie es nur geht, um Interpretationsfehler vermeiden zu können. Nur so geht für den Nachlassempfänger eindeutig hervor, was der tatsächliche Wille des Erblassers war.

 

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