Nachlassforderung

Nachlassforderung

 

Die Nachlassforderungen sind Forderungen, welche dem Nachlass zustehen. Damit werden offene Rechnungen zu Gunsten des Erblassers bezeichnet. Wenn der Erblasser einen Vermögensgegenstand verkauft hat und die Zahlung aber nach seinem Versterben fällig wird, stellt die Kaufpreisforderung ab diesem Moment eine Nachlassforderung dar. Die Aufgabe der Erben ist es, diese Nachlassforderung einzufordern. Dabei ist die Nachlassforderung ein ausstehendes Guthaben, das dem Nachlass und damit dem oder der Erben zu Gute kommt. Damit eine Nachlassforderung besteht, muss als Anspruchsgrundlage erfüllt sein, dass Ansprüche aus unbezahlten Rechnungen vorhanden sind. Durch die Gesamtrechtsnachfolge gehen Nachlassforderungen auf den Erben über und müssen von diesem eingefordert werden. Die rechtliche Grundlage hierfür ist in den §§ 2039 und 2040 BGB geregelt. Es ist den Erben anzuraten, dass diese genau überprüfen, ob der Erblasser Freunden oder Geschäftspartnern Geld geliehen hat, welches zurück gefordert werden muss. Jedoch ist dabei zu beachten, dass der Erbe das vom Erblasser verliehene Geld erst nach der ursprünglich vertraglich vereinbarten Zeit zurückfordern kann. Wenn mehrere Erben vorhanden sind, dann wird von einer Erbengemeinschaft gesprochen. Eine Erbengemeinschaft muss als Gesamthandsgemeinschaft die ausstehenden Nachlassforderungen gemeinsam einholen. Es ist jedoch auch möglich, dass jeder Miterbe ohne Zutun der anderen Miterben vom Schuldner die Zahlung einfordert. Jedoch ist der Miterbe, welcher die Zahlung einfordert, verpflichtet, den Zahlungseingang umgehend an die Miterbengemeinschaft zu übertragen und damit den Zahlungseingang allen zur Verfügung stellen. Somit übernimmt ein Miterbe die Arbeit und alle anderen Miterben profitieren davon. Damit können verschiedene Aufgaben innerhalb einer Erbengemeinschaft aufgeteilt werden und ein effizientes Arbeiten innerhalb der Erbengemeinschaft wird möglich. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn sich alle Beteiligten vertragen. Sonst ist nur ein gemeinsames Vorgehen möglich.

 

Wenn Betriebsvermögen vorhanden ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass Nachlassforderungen vorhanden sind, sehr hoch. Die gewerblichen Einnahmen des Betriebes werden zum Nachlass als künftige Einnahme gezählt. Wenn Erbengemeinschaften vorliegen, dann dürfen auch diese gewerblichen Nachlassforderungen gem. § 2039 BGB nur an alle Miterben geleistet und eingefordert werden. Somit müssen auch hier wieder Zahlungseingänge allen Miterben zur Verfügung gestellt werden. Im Gegensatz zur Forderung kann es natürlich auch Verbindlichkeiten geben. Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass eine rechtliche Erfüllung nicht gegeben ist, wenn die Bezahlung einer Forderung nur an einen Miterben geleistet wird. Eine Ausnahme besteht dann, wenn die Bezahlung der Verteilungsquote aus dem Nachlass eines einzelnen Miterben entspricht. Dann kann an diesen mit befreiender Wirkung gezahlt werden, da der Nachlass noch nicht geteilt worden ist. Wenn dies jedoch nicht sichergestellt werden kann, so sollte die Zahlung immer an die Erbengemeinschaft ausgeführt werden. Wird die Aufteilung der Zahlung der Erbengemeinschaft überlassen, zahlt man ebenfalls mit befreiender Wirkung.

 

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