Nachlasssteuer

Nachlasssteuer

 

Die Erbschaftssteuer hat die Aufgabe, den Übergang von Vermögenswerten des Verstorbenen an den Erben zu besteuern. Diese ist gleichzusetzen mit der Schenkungssteuer, da hierfür das gleiche Gesetz Anwendung findet. Der Unterschied ist nur, dass die Schenkungssteuer bei unentgeltlichen Zuwendungen unter Lebenden Anwendung findet. Die Erbschaftssteuer kann als Nachlasssteuer erhoben werden, wo sie ohne Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse der Erben unmittelbar den Nachlass besteuert. Dies wird hauptsächlich im anglo-amerikanischen Rechtskreis praktiziert. In der Bundesrepublik Deutschland und in so ziemlich allen Kantonen der Schweiz wird die Erbschaftssteuer in Form der Erbanfallsteuer erhoben. In Lichtenstein wird die Nachlass- und Erbanfallsteuer gleichermaßen angewendet. Bei der Erbanfallsteuer ist der Gegenstand der Besteuerung der Erwerb beim Erwerber. Somit können die persönlichen Verhältnisse der Erben berücksichtigt werden, im Gegensatz zur Nachlasssteuer. Österreich ist von der Erbschaftssteuer befreit. Hier wird das Erbe grundsätzlich nicht besteuert.

 

Wenn in der Bundesrepublik Deutschland ein Erbe Vermögenswerte im Rahmen eines Nachlasses erhält, so muss dieser eventuell im Rahmen des Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes Erbschaftssteuer an das zuständige Finanzamt abführen. Da in der Bundesrepublik Deutschland die Erbanfallsteuer praktiziert wird, kann der Erbe diverse Freibeträge geltend machen. Damit ist es möglich, die persönliche Steuerlast zu senken. Die Freibeträge sind abhängig von der Stellung des Erben zum Erblasser. Weiterhin bestimmt sich der anzuwendende Steuersatz nach der Stellung des Erben zum  Erblasser. Es kann durch eine geschickte Nachfolgeplanung erreicht werden, dass die Erbschaft des Erben unter dem Freibetrag liegt, sodass keinerlei Erbschaftssteuer an das Finanzamt abzuführen ist. Es ist in jedem Fall zu berücksichtigen, dass alle Freibeträge alle zehn Jahre neu durch den Erben genutzt werden können. Somit sollten große Vermögen rechtzeitig an die Nachfahren übergeben werden.

 

Bei der Nachlasssteuer wird die Besteuerung der Erbschaft unmittelbar am Nachlass durchgeführt. Die Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse findet bei dieser Methode nicht statt. Es ist also nicht der Erwerb von Todes wegen, sondern der Nachlass selber erbschaftssteuerpflichtig. Da die Besteuerung direkt im Nachlass statt findet, kann das zuständige Finanzamt den Nachlass als Ganzes betrachten und in Abhängigkeit des Nachlasses die Steuer festsetzen. Der Vorteil für die Erben besteht darin, dass diese keine eigene Steuererklärung bezüglich der Erbschaft durchführen müssen. Jedoch ist der Nachteil in finanzieller Hinsicht sehr stark. Denn die Steuerlast wird in jedem Fall höher ausfallen, da die individuellen persönlichen Steuerfreibeträge nicht zum Abzug gebracht werden können. Für den Staat ist also die Nachlasssteuer besser, da hier mehr Steuergeld dem Finanzamt zufließt. Für den Erben ist die Erbanfallsteuer besser, da hier persönliche Freibeträge zum Abzug genutzt werden können und oftmals gar keine Erbschaftssteuer anfällt. Da jedes Land seine eigenen Regelungen bezüglich der Erbschaftssteuer trifft, müssen je nach Land die individuellen Regelungen genau betrachtet werden.

 

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