Nachlassverhandlung

Nachlassverhandlung

 

Die Nachlassverhandlung ist ein Synonym für die Testamentseröffnung. Hierfür ist das zuständige Nachlassgericht verantwortlich. Die Nachlassverhandlung wird als ersten Schritt der Erbauseinandersetzung angesehen. Die Eröffnung einer Verfügung von Todes wegen durch das Nachlassgericht wird als Nachlassverhandlung bezeichnet. § 2260 BGB regelt, wie eine Testamentseröffnung abzulaufen hat. Das zuständige Nachlassgericht ist dazu verpflichtet, einen Termin für die Nachlassverhandlung festzulegen, sobald das Nachlassgericht vom Tod des Erblassers Kenntnis erlangt und in den Besitz der letztwilligen Verfügung von Todes wegen gelangt ist. Wer ein Testament besitzt, ist verpflichtet, unverzüglich nachdem er vom Tod des Erblassers erfahren hat, dieses beim zuständigen Nachlassgericht abzuliefern. Dabei ist das Nachlassgericht das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Verstorbene vor seinem Tod seinen letzten Wohnsitz hatte. Wenn eine erbberechtigte Person erfahren hat, dass er, entweder aufgrund der gesetzlicher Erbfolge, oder aufgrund eines Testaments, als Erbe oder Miterbe berufen wurde, muss er sich darüber im klaren werden, ob er endgültig Erbe sein will. Wenn die berufene Person die Erbschaft nicht antreten will, so muss er innerhalb kurzer Frist die Erbschaft ausschlagen. Die regelmäßige Ausschlagungsfrist beträgt sechs Wochen ab Kenntnisnahme. Wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im Ausland gehabt hat oder wenn sich der Erbe beim Beginn der Ausschlagungsfrist dauerhaft im Ausland aufgehalten hat, dann beträgt die Frist sechs Monate. Eine Ausschlagung muss dem Nachlassgericht gegenüber erklärt werden. Dabei hat die Ausschlagung entweder zu Protokoll des Nachlassgerichts oder in öffentlich beglaubigter Form zu erfolgen. Die Ausschlagung kommt immer dann in Betracht, wenn davon ausgegangen werden kann, dass der Nachlass überschuldet ist.

 

Ist das Testament vorhanden und dem Amtsgericht übergeben, wird dieses eröffnet. Zu diesem Zweck wird eine Nachlassverhandlung einberufen. Dabei sind die Personen anwesend, welche als gesetzliche Erben in Betracht kommen und eventuell sonstige Beteiligte. Jedoch ist anzumerken, dass keine Verpflichtung besteht, an der Testamentseröffnung teilzunehmen. Die Testamentseröffnung wird den gesetzlichen Erben als Kopie übersandt. Gleichzeitig erhalten weitere Personen eine Kopie, wenn diese im Testament erwähnt wurden. Das Erbrecht der Erben wird dabei regelmäßig durch einen Erbschein ausgewiesen. Auf Antrag des Erben oder eines Miterben wird dieser vom zuständigen Nachlassgericht erteilt. Wer im Erbschein als Erbe eingetragen ist, hat die Möglichkeit, über den Nachlass verfügen zu können. Wenn lediglich ein Grundbuch berichtigt werden soll, dann ist der Erbschein entbehrlich. Dabei reicht das Testament und ein Eröffnungsprotokoll des Nachlassgerichts aus. Weiterhin wird der Erbschein entbehrlich, wenn Vollmachten über den Tod hinaus bei Kreditinstituten hinterlegt wurden. Dann können die Erben über Kontoguthaben verfügen und brauchen keinen Erbschein. Je nach Kreditinstitut reicht für die Verfügung von Kontoguthaben auch das Testament mit dem Eröffnungsprotokoll aus.

 

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