Nichtigkeit des Testaments

Nichtigkeit des Testaments

 

Mit Hilfe eines Testaments können zukünftige Erblasser zu Lebzeiten festlegen, wer Erbe werden soll und somit das Vermögen des Erblassers erhalten soll. Gleichzeitig kann eine Aufteilung vorgenommen werden, wer wie viel vom Vermögen des Erblassers erhalten soll. Es ist auch möglich, mehrere Erben zu benennen oder nur einen Erben. Zusätzlich können im Testament noch Vermächtnisse für weitere Personen oder Organisationen aufgenommen werden. Es lässt sich damit eine gewillkürte Erbfolge definieren, die die gesetzliche Erbfolge ersetzt und den persönlichen Wünschen und Vorstellungen des Erblassers entspricht. Damit bietet ein Testament viele Vorteile für den Erblassers und kann somit viele Streitigkeiten zwischen den zukünftigen Erben oder der Erbengemeinschaft vermeiden. Durch ein Testament bleiben meistens keine Fragen offen und alle erbrechtlichen Angelegenheiten sind bereits im voraus geklärt. Damit stellt ein Testament oder Erbvertrag grundsätzlich sicher, dass der letzte Wille des Erblassers nach dessen Tod durch die Erben oder die Erbengemeinschaft umgesetzt werden. Für den Fall, dass ein Testament nicht rechtskräftig ist, kann dieses jedoch nicht zur Anwendung kommen und es greift die gesetzliche Erbfolge. Die Frage, welche sich nun stellt ist, wann ein Testament vom Gesetz her als nichtig angesehen wird und nicht zur Anwendung kommen darf.

 

Wenn gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen wurde, ist ein Testament nichtig. Grundsätzlich ist das Abfassen eines Testaments formfrei möglich. Jedoch muss dieses vom zukünftigen Erblasser handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Sollte der Erblasser jedoch sein Testament elektronisch mit Hilfe eines Computers schreiben und anschließend handschriftlich unterschreiben, so ist dieses nichtig. Wenn ein Testament zwar handschriftlich verfasst worden ist, aber die Unterschrift fehlt, ist dieses ebenfalls nichtig. Ein Testament darf nur dann elektronisch erstellt werden, wenn dieses durch einen Notar beurkundet wird. Ansonsten stellt ein elektronisches Testament keine rechtliche Verpflichtung dar. Wenn widersprüchliche Formulierungen oder schwierig auszulegende Formulierungen enthalten sind, führt dies zwar nicht sofort zur Nichtigkeit des Testaments, jedoch kann dies zu Auslegungsfehlern durch die Angehörigen führen. Grundsätzlich wird zu Gunsten des Erblassers ausgelegt. Jedoch bergen komplizierte Sätze ein unnötiges Fehlerpotential, was letztendlich eine falsche Auslegung bewirkt und damit nicht dem Willen des Erblassers entspricht. Zudem kann es passieren, dass andere Angehörige das Testament anders interpretieren und somit den Rechtsweg beschreiten und das Testament im ganzen anfechten. Der Erblasser ist demzufolge gut beraten, wenn dieser das Testament so einfach wie möglich formuliert, damit es zu keinen Missverständnissen kommen kann. Um Unnötige Fehlerquellen zu vermeiden wird empfohlen, ein Testament nur im Beisein eines Notars zu verfassen. Damit wird sichergestellt, dass dieses nicht als nichtig ausgelegt werden kann. einer Anfechtung wird ebenfalls vorgebeugt, da ein vorm Notar abgefasstes Testament gute Chancen hat, vor Gericht Bestand zu haben.

 

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