Organentnahme

Organentnahme

 

Wenn von einer Organentnahme die Rede ist, dann bezeichnet man dieses medizinisch als Explantation. Darunter wird in der Transplantationsmedizin die Operation verstanden, wo Organe dem Verstorbenen entnommen werden, um sie anschließend einem anderen Individuum zu implantieren oder in einer Nährlösung zu übertragen. Die Explantation im Rahmen der Organspende verläuft in Deutschland unterschiedlich. Die Organentnahme kann bei einem Lebenden oder einem Hirntoten vorgenommen werden. Organe bei einer Lebendspende sind die Niere oder Leber. Letzteres ist nur als Teilspende möglich. Die Spender stammen hier meistens aus dem Familienkreis. Der Vorteil hierbei ist, dass das Risiko der Transplantatabstoßung geringer ausfällt.

 

Nach diagnostiziertem Hirntod können sämtliche Organe entnommen werden. Der Verstorbene wird bis zur Explantation intensivmedizinisch im Rahmen der organprotektiven Intensivtherapie überwacht und versorgt. Dabei besteht das Ziel, die optimale Funktion der transplantierfähigen Organe zu erhalten. Ohne intensivmedizinische Interventionen würde es bei einem hirntoten Menschen innerhalb weniger Minuten zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand mit Absterben sämtlicher Organe kommen.

 

Voraussetzung für die Entnahme lebenswichtiger Organe ist eine korrekte Hirntod-Diagnostizierung beim Spender. Diese wird von zwei unabhängigen Ärzten vorgenommen.

 

Vor und während einer Explantation wird der Spenderkörper medizinisch überwacht und es wird eine Muskelrelaxation durchgeführt. Auf eine Vollnarkose kann verzichtet werden, da davon ausgegangen werden kann, dass bei einem Hirntoten Patienten kein Schmerzempfinden mehr vorhanden ist. Zuerst werden Organe des Thorax entnommen. Als nächstes kommen die abdominellen Organe dran. Alle explantierten Organe kommen in einen dafür vorgesehenen Transportbehälter und werden zügig in die entsprechenden Transplantationszentren gebracht. Nach Abschluss einer Explantation werden Tubus und weitere Zugänge aus dem Spenderkörper entfernt. Der Verstorbene wird für eine eventuelle gewünschte Aufbahrung vorbereitet und dementsprechend hergerichtet. Somit ist es den Angehörigen möglich, auch nach einer Explantation würdevoll Abschied vom Verstorbenen zu nehmen.

 

Eine Organentnahme wird nur dann vorgenommen, wenn der Verstorbene durch einen Organspendeausweis dieser Explantation ausdrücklich zugestimmt hat. Es ist ferner möglich, in seiner letztwilligen Verfügung von Todes wegen schriftlich zu erklären, ob eine Organentnahme durchgeführt werden darf oder unterbleiben soll. Es ist weiterhin möglich, die Entscheidung für oder gegen eine Organspende durch einen Dritten, welcher bevollmächtigt wurde, treffen zu lassen. Wenn der Erblasser keine entsprechende Vorkehrung getroffen hat, ist eine Organentnahme nicht ausgeschlossen. In einem solchen Fall haben die nächsten Angehörigen die Möglichkeit, die Organentnahme zu erlauben oder abzulehnen.

 

Bevor es zu einer Organentnahme kommen darf, müssen mindestens zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod des potentiellen Organspenders feststellen. Zudem dürfen die Mediziner, welche die Diagnose des Hirntodes vornehmen, die Organentnahme oder Transplantation nicht durchführen. Diese in der Bundesrepublik Deutschland sehr strengen Regelungen des Transplantationsgesetztes schaffen bestmögliche Rahmenbedingungen für eine Organentnahme und eine anschließende Transplantation.

 

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