Patiententestament

Patiententestament

 

Unter einem Patiententestament wird eine persönliche Verfügung über die ärztliche Notfallbehandlung verstanden. Das Patiententestament wird deshalb auch Patientenverfügung genannt. Mit Hilfe eines Patiententestamentes hat man die Möglichkeit, dem Arzt mitzuteilen, welche Behandlungsmethoden durchgeführt werden dürfen und welche Behandlungen nicht durchgeführt werden dürfen. Dabei kann das Patiententestament jederzeit schriftlich oder mündlich widerrufen werden. Die Vorsorgevollmacht räumt der Gesetzgeber für den Fall ein, dass der Patient nicht mehr handlungsfähig ist. Dabei wird aufgrund der Befugnisse, welche im Patiententestament vom Patienten festgehalten wurden, die Behandlung durchgeführt. Es kann gleichzeitig eine Person des Vertrauens bestimmt werden, welche im Namen des Patienten die Entscheidungen trifft. Für ein Patiententestament ist, im Gegensatz zu einem Testament, welches die Vermögenssituation regeln soll, keine bestimmte Form vorgeschrieben. Somit kann ein Patiententestament handschriftlich verfasst, aber auch am Computer verfasst werden. Es wird aus Beweisgründen jedoch empfohlen, in jedem Fall eine schriftliche Version mit Unterschrift zu haben. Weiterhin ist es ratsam, einen Hinweis im Patiententestament zu hinterlassen, dass der Verfasser im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist. Weiterhin sollte ein Hinweis enthalten sein, woraus hervorgeht, dass der Verfasser sich mit den Konsequenzen seines Handeln beschäftigt hat und weiß, was er anordnet. Es muss hervorgehen, dass der Verfasser sich gründlich informiert hat. Wenn ärztliche oder anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen wird, so ist anzuraten, dass ein Stempel und Unterschrift des Arztes oder Anwaltes zusätzlich zum Patiententestament hinzugefügt wird. Damit wird eine Bekräftigung der Willenserklärung des Verfassers erreicht. Da sich im Laufe der Zeit jedoch die Erfahrungen, Ziele und Wertvorstellungen des Verfassers ändern können, ist eine regelmäßige Überprüfung und gegebenenfalls auch Aktualisierung des Patiententestaments ratsam. Zudem ist anzumerken, dass Ärzte bei zu alten Patientenverfügungen zudem auch misstrauisch sind. Was ein Notfallpatient vor 20 oder 30 Jahren aufgeschrieben hat, muss in späten Jahren keine Gültigkeit mehr haben. Ärzte müssen zwar alte Patientenverfügungen als bindend hinnehmen, jedoch werden sich diese durch Gespräche mit den engsten Angehörigen rückversichern. Ein Arzt muss sich rückversichern, ob die Meinung des Verfassers nach einer so langen Zeit noch gültig ist. Es ist ferner möglich, die Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht zu kombinieren. Ohne eine Vorsorgevollmacht dürfen die engsten Angehörigen nicht im Namen des Menschen handeln, welcher als Notfallpatient behandelt wird. Dabei können eine oder mehrere Vertrauenspersonen im Patiententestament ernannt werden. Wenn niemand ermächtigt wird, muss das Vormundschaftsgericht einen Betreuer für Menschen in hilflosen Lagen bestellen, wozu auch Notfallpatienten gehören. Der Berechtigte kann, ausgestattet mit Patiententestament und Vorsorgevollmacht, in Vertretung den Willen des Verfassers bei Ärzten und Pflegeeinrichtungen durchsetzen. Weiterhin kann die Vorsorgevollmacht dahingehend erweitert werden, dass Angelegenheiten im Vermögen des Verfassers wahrgenommen werden können. Somit kann sich der Vollmachtnehmer auch um Mietverträge, Kontoverträge und Kreditgeschäfte des Patienten kümmern. Selbst die Verwaltung des Nachlasses kann so geregelt werden.

 

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