Pflegeeltern

Pflegeeltern

Wenn ein Kind nicht bei seinen leiblichen Eltern aufwächst, gehört es in der Bundesrepublik  Deutschland in die Jugendamt Zuständigkeit. Ein Kind wird dann vom Jugendamt betreut, wenn die familiären Umstände keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine gesunde Entwicklung des Minderjährigen bieten. Das Jugendamt wird dabei eine alternative Lösung finden und zum Wohle des Kindes Rahmenbedingungen schaffen, welche eine gesunde Entwicklung ermöglichen. Nach Art. 6 Grundgesetz (GG) legt der Gesetzgeber fest, dass es das natürliche Recht der Eltern ist, die Erziehung der Kinder zu übernehmen. Jedoch hat der Gesetzgeber in bestimmten Ausnahmefällen Einschränkungen in das Gesetz geschrieben, wonach der Staat sich um die Erziehung des Kindes kümmern kann. Kinder können demnach sogar gegen den Willen der Erziehungsberichtigten aus der Familie genommen werden und anderweitig untergebracht werden. Für diese drastische Maßnahme gelten die Regelungen des BGB und SGB. Auch eine zeitweilige anderweitige Unterbringung in Pflegefamilien kann notwendig erscheinen. Es muss also nicht immer ein dauerhafter Entzug des Kindes aus seiner Ursprungsfamilie sein. Personen, welche die Pflegschaft für minderjährige Kinder anderer Eltern übernehmen, werden automatisch Pflegeeltern. Das fremde Kind wird in die Familie aufgenommen und integriert. Eine Pflegschaft kann zeitweise oder dauerhaft erfolgen. Als Endresultat kann eine Adoption des Pflegekindes stehen. Nach § 1688 BGB haben die Pflegeeltern das Recht, Entscheidungen des täglichen Lebens für das Pflegekind zu treffen. Jedoch erhalten die Pflegeeltern nicht die elterliche Sorge. Ein rechtliches Verwandtschaftsverhältnis besteht zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Die zentrale Aufgabe der Pflegeeltern besteht darin, dem Pflegekind Halt zu geben und ein normales Leben zu ermöglichen bei gleichzeitiger Integration in die Pflegefamilie. Es ist zu erwähnen, dass hier besondere Sorgfalt geboten ist, da die Pflegekinder aus schwierigen Verhältnissen stammen und eine Pflegschaft somit eine starke Herausforderung für die Pflegeeltern sein kann. Jedoch hat das Pflegekind die Chance, eine neue Perspektive in der neuen Familie kennenzulernen. Im Rahmen des Erbrecht ist es wichtig zu wissen, dass ein Pflegekind kein Anrecht auf einen Pflichtteil oder gar Anspruch auf einen gesetzlichen Erbteil erheben kann. Die gesetzliche Erbfolge wird das Pflegekind nicht berücksichtigen. Wenn die Pflegeeltern dem Pflegekind einen Teil des Vermögens vermachen möchten, so muss ein Testament oder Erbvertrag aufgesetzt werden mit entsprechenden Regelungen. Weiterhin kann ein Pflegekind im Rahmen eines Vermächtnis bedacht werden. Jedoch ist hierbei auf die Pflichtanteile der übrigen Erben zu achten. Diese dürfen auf keinen Fall unterschritten werden. Erbe kann ein Pflegekind per Gesetz nicht werden. Nur durch testamentarische Erbfolge ist dies denkbar. Wenn das Pflegekind jedoch adoptiert wird, so wird dieses per Gesetz Erbe. Die gesetzliche Erbfolge kann somit zusätzlich zur testamentarischen Erbfolge angewendet werden.

 

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