Postmortale Vollmacht

Postmortale Vollmacht

 

Bei einer Vollmacht räumt der Vollmachtgeber einer anderen Person, welcher als Bevollmächtigter bezeichnet wird, eine Vertretungsbefugnis ein. Für den in der Vollmacht definierten Fall verfügt der Bevollmächtigte somit über eine Vertretungsbefugnis. Die Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland hat aus der Vollmacht ein offizielles Rechtsgeschäft gemacht, welches hohen juristischen Auflagen unterliegt. Die Postmortale Vollmacht ist eine Spezialform der Vollmacht. Diese gilt erst nach Eintritt des Todes des Vollmachtgebers. Die Vollmacht wird erst durch den Tod des Verfassers wirksam und soll dadurch eine Erleichterung bezüglich aller notwendiger Formalitäten für die Nachfahren sein. Wenn der Erblasser ein Unternehmer war und ein Unternehmen hinterlässt, sollte eine postmortale Vollmacht verfasst werden. Dadurch kann der Erblasser sicherstellen, dass die Person seiner Wahl die Kontrolle in seinem Unternehmen übernimmt und sich niemand anderes durch gerichtliche Verfahren in die Geschäftsführung kämpft. Dies soll unter anderem die Überlebensfähigkeit des Unternehmens sicherstellen, da der Erblasser eine Person für die postmortale Vollmacht auswählen wird, welche fachlich und persönlich für die Geschäftsführung geeignet ist. Das muss nicht immer notwendigerweise ein Familienmitglied sein, da diese nicht immer über die notwendige fachliche und persönliche Ausbildung verfügen und daher kein Unternehmen leiten können. Zudem sind Familienangehörige mit der Leitung eines Unternehmens eventuell überfordert, da diese nicht eingearbeitet sind und die Unternehmensstrukturen nicht kennen. Eine postmortale Vollmacht an einen engen Mitarbeiter des Unternehmens, welcher bereits in der Führungsebene tätig war, kann daher die bessere Alternative darstellen, da dieser die Unternehmensstruktur, wichtige Kunden und Lieferanten kennt. Die postmortale Vollmacht wird dabei unmittelbar nach dem Tod des Vollmachtgebers wirksam und es geht keine wertvolle Zeit verloren. Existiert keine Vollmacht, muss das herkömmliche Nachlassverfahren abgewartet werden, welches nicht selten mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Wenn in dieser Zeit niemand die Unternehmensführung ausüben kann, kann ein sehr hoher unternehmerischer Schaden entstehen, welcher im schlimmsten Fall die Insolvenz des Unternehmens bedeuten kann. Daher kann gar nicht oft genug betont werden, dass gerade für Unternehmer eine postmortale Vollmacht notwendig ist, um das Lebenswerk auch nach dem Tod erhalten und erfolgreich fortführen zu können. Weiterhin ist eine postmortale Vollmacht jedoch auch bei Ehepartnern hilfreich. Der noch lebende Ehepartner könnte ohne eine Vollmacht nicht auf die Konten und andere Vermögenswerte zugreifen. Zunächst müsste das Nachlassverfahren abgewickelt werden, was dazu führt, dass auch hier wertvolle Zeit vergeht, bis der überlebende Ehegatte an die Vermögenswerte kommt. Dies kann im Extremfall zu existenziellen finanziellen Engpässen des überlebenden Ehepartners führen. Wenn dieses Risiko vermieden werden soll, so ist eine postmortale Vollmacht auch im privaten Bereich sehr hilfreich. Diese wird am besten mit dem Testament gemeinsam verfasst. So ist beides an einem Ort, wo die Dokumente schnell aufgefunden werden können.

 

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