Privatschriftliches Testament

Privatschriftliches Testament

 

Das privatschriftliche Testament stellt einen wichtigen Begriff im Erbrecht der Bundesrepublik Deutschland dar. Da es in der Bundesrepublik Deutschland sehr viele verschiedene Testamentsformen gibt, sollten sich Erben aber auch Erblasser zu Lebzeiten bereits mit den verschiedenen Testamentsformen auseinander setzen. Ganz grundsätzlich können öffentliche und privatrechtliche Testamente unterschieden werden. Das privatrechtliche Testament wird im Gegensatz zu einem öffentlichen Testament nicht mithilfe eines Notars verfasst. Das privatschriftliche Testament wird durch den Erblasser alleine errichtet und muss zwingend handschriftlich vorgelegt werden. Daher gibt es auch den Begriff eigenhändiges Testament als Synonym. Zunächst erscheint das privatrechtliche Testament sehr komfortabel in der Erstellung zu sein, da es per Hand geschrieben werden kann und kein Notar erforderlich ist. Somit kann auf Kosten und lästige Termine verzichtet werden und schlussendlich Zeit eingespart werden. Jedoch hat diese Art von Testament auch einige Gefahren. Es kommt immer wieder vor, dass ein Privatschriftliches Testament überhaupt nicht oder erst nach Abschluss des Nachlassverfahrens gefunden wird. In einigen Fällen unterschlagen Erben dieses Dokument weil sie sich dadurch benachteiligt fühlen und daher die gesetzliche Erbfolge vorziehen. Es kann jedoch auch vorkommen, dass das privatschriftliche Testament verloren geht, da es unsachgemäß aufgehoben wird. Damit können die letzten Wünsche des Verstorbenen nicht erfüllt werden. Weiterhin kann von den Erben angenommen werden, dass es sich um ein gefälschtes Testament handelt, was diese dazu verleiten könnte, dieses anzufechten. Es kann auch unterstellt werden, dass der Erblasser bei der Abfassung des Testaments beeinflusst wurde oder sogar gezwungen wurde überhaupt ein Testament zu erstellen. All diese unbekannten Variablen können vermieden werden, wenn ein öffentliches Testament erstellt wird. Dieses kostet zwar mehr Geld und Zeit, jedoch können die Risikofaktoren des Privatschriftlichen Testaments durch die Hilfe eines Notars ausgeschaltet werden. Sollte sich ein Erblasser dennoch für die Erstellung eines privatschriftliches Testament entscheiden, so sollte frühzeitig sichergestellt werden, dass dieses rechtzeitig aufgefunden werden kann und nicht im Nachhinein für unwirksam erklärt werden kann. Um die Rechtskräftigkeit der letztwilligen Verfügung zu gewährleisten, sollte sich der Ersteller mit den entsprechenden Gesetzestexten vertraut machen. In § 2247 BGB ist festgelegt, dass ein privatschriftliches Testament eigenhändig unterschrieben werden muss und darüber hinaus eigenhändig geschrieben sein muss. Im Idealfall besteht die Unterschrift aus dem vollen Namen des Erblassers. Dies ist jedoch keine zwingende Voraussetzung. Auch eine Unterschrift mit einem Künstlernamen oder einer anderen Bezeichnung kann erfolgen, sofern die Identität des Verfassers jederzeit einwandfrei geklärt werden kann. Weiterhin ist es empfehlenswert, immer den Ort und das Datum der Erstellung anzugeben. Dadurch wird erreicht, dass immer das aktuellste Testament identifiziert werden kann, sofern mehrere Testamente vom Erblasser im Laufe des Lebens abgefasst wurden.

 

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