Quotenvermächtnis

Quotenvermächtnis

 

Ein Quotenvermächtnis ist eine gesetzlich nicht geregelte spezielle Ausgestaltung des Geldvermächtnisses. Dabei kann der Erblasser die Quote auf das gesamte Vermögen beziehen oder nur auf bestimmte Vermögenspositionen beim Erbfall beschränken. So ist es denkbar das beispielsweise 10 Prozent des Bargeldes aus einem Bankschließfach als Quote festgelegt werden. Es kann also festgehalten werden, dass ein Quotenvermächtnis vorliegt, wenn der Erblasser ein Vermächtnis aussetzt, dass sich aus einer bestimmten Quote des gesamten Nachlassvermögens errechnet. Hierbei wird sich die Frage stellen, was unter einem Nachlassvermögen zu verstehen ist. Unter Nachlassvermögen ist das Vermögen zu verstehen, welches sich errechnet, wenn die Nachlassverbindlichkeiten in Abzug gebracht werden. Vor Abzug der Nachlassverbindlichkeiten wird der Nachlass auch als Bruttonachlass bezeichnet. Die Bezugsgröße, auf welche die Quote zu beziehen ist, ist immer mit anzugeben. So kann der Erblasser formulieren, dass 10% vom Bruttonachlass an eine bestimmte Person zu zahlen sind. Es kann ferner formuliert werden, dass 10% auf das Nachlassvermögen zu rechnen sind. So kann vorher vom Erblasser klar definiert werden, ob der Bruttonachlass oder das Nachlassvermögen als Berechnungsgrundlage gelten soll. Das Quotenvermächtnis wird auch als Sonderform eines herkömmlichen Vermächtnisses bezeichnet, da dieses in der Praxis nicht sehr oft angewendet wird. Es muss auch festgehalten werden, dass es sich immer um ein Geldvermächtnis handelt. Der Erblasser bestimmt keine fixe Summe als Vermächtnis sondern eine Quote, welche einen Anteil beschreibt, welchen der Vermächtnisnehmer erhält. Ein Quotenvermächtnis wird auch als Teilungsvorschrift bezeichnet, da der Erblasser zu Lebzeiten festgelegt hat, wie der Nachlass zwischen den Erben und dem Vermächtnisnehmer aufzuteilen ist. Damit kann festgehalten werden, dass die exakte Summe des Vermächtnisses in direktem Zusammenhang mit der Höhe des Nachlasses steht. Im Gegensatz zu einem normalen Vermächtnis hat der Erblasser in einem Quotenvermächtnis nicht angeführt, was der Bedachte aus dem Nachlass erhalten soll, sondern ausschließlich angegeben, in welcher Höhe dieser finanziell am Erbe beteiligt werden soll. Der Vorteil eines Quotenvermächtnisses besteht darin, dass wirtschaftliche Entwicklungen wie beispielsweise eine Inflation, ohne Auswirkung für den Vermächtnisnehmer ist. Da der Vermächtnisnehmer mit einer Quote am Nachlass beteiligt ist, bekommt er bei einen Anteil vom Nachlass, welcher einen Inflationsausgleich enthält. Mit einem Quotenvermächtnis kann sichergestellt werden, dass der Vermächtnisnehmer fair am Nachlass beteiligt wird, da dieser eine Quote zugeteilt bekommen hat. Somit ist das Quotenvermächtnis für den Erblasser die sichere Variante bezüglich Fairness, wenn das Vermögen aufgeteilt werden soll. Sollten mehrere verschiedene Währungen im Nachlass vorhanden sein durch Auslandskonten, so kann das Quotenvermächtnis auch auf diese explizit angewendet werden. So kann formuliert werden, dass eine bestimmte Person 10 % vom Schweizer Franken Konto erhalten soll. Aufgrund der abstrakten Formulierung gibt es viele Anwendungsbeispiele.

 

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