Rechtsgültigkeit Testament

Rechtsgültigkeit Testament

 

Laut einer Umfrage haben ungefähr 70 Prozent der Bürger der Bundesrepublik Deutschland ab 18 Jahren kein eigenes Testament verfasst. Bei den über 60 Jährigen sind es immerhin noch 43 Prozent, welche ihren letzten Willen nicht schriftlich festgehalten haben. Wenn kein Testament vorliegt, so tritt automatisch die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Zu den Begünstigten gehören dann vor allem der Ehepartner und die Kinder. Wenn diese nicht vorhanden sind, folgen die nächsten Verwandten des nächsten Grades. Wer mit dieser Erbfolge nicht einverstanden ist, muss sich um ein Testament bemühen. Gerade, wenn es nicht nur liebe Verwandte in der Familie gibt, so besteht die Möglichkeit mit einem Testament die gesetzliche Erbfolge außer Kraft zu setzen. Es muss dann nur noch der gesetzlich vorgesehene Pflichtteil gezahlt werden, welcher in der Regel nicht umgangen werden kann. Um die gesetzliche Erbfolge zu umgehen, reicht das privatrechtliche Testament aus. Damit dieses auch rechtsgültig ist, muss das Testament handschriftlich abgefasst werden und mit Datum und Ortsangabe versehen werden. Weiterhin muss das privatrechtliche Testament mit Vor- und Zunahmen unterschrieben werden. Wichtig ist, dass in einem Testament eindeutig die Reihenfolge der Erben bzw. wer was erben soll festgehalten wird. Die Begünstigten sollten dann mit vollständigem Namen und Adresse aufgeführt werden. Weiterhin ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Ersteller des Testaments dieses möglichst klar und einfach formuliert. Das ist daher wichtig, damit keine Interpretationsfehler nach dem Ableben des Erstellers entstehen. Gibt es mehrere Interpretationsmöglichkeiten, so wird immer zu Gunsten des Erblassers ausgelegt. Dabei wird versucht, seinen wahren Willen zu ergründen. Weiterhin kann das Testament auch notariell erstellt werden. Dabei berät ein Notar bei der Erstellung des Testaments und wird darauf Acht geben, dass keine Interpretationsfehler möglich sind. Dabei hinterfragt der Notar die Absichten des Erstellers und wird bei der Formulierung helfen. In jedem Fall sind die beschriebenen äußeren und inneren Anforderungen bei der Erstellung des Testaments zu berücksichtigen. Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass bei jedem Erbfall die Bundesrepublik Deutschland in Form der Erbschaftssteuer zu beteiligen ist. Je nach Verwandtschaftsgrad kassiert dieser nach Abzug der persönlichen Freibeträge zwischen 7 und 50 Prozent vom Erbe. Dieser Umstand ist bei der Erstellung des Testaments zu berücksichtigen. Besonders wichtig ist dies, wenn Betriebsvermögen vererbt wird. Hierbei sollte eine Regelung gefunden werden, dass die Erben eine mögliche Erbschaftssteuer auch bezahlen können. Dabei wird ein Notar behilflich sein. Ein Testament mit Betriebsvermögen sollte wegen der erbschaftssteuerlichen Besonderheiten nicht alleine verfasst werden. Dies kann unter Umständen die Existenz und damit das Fortführen der Unternehmung durch den Erben oder die Erbengesellschaft gefährden. Daher ist im letzteren Fall ein notarielles Testament besser als ein privatrechtliches Testament.

 

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