Rentenvermächtnis

Rentenvermächtnis

 

Im deutschen Erbrecht existieren eine Vielzahl von Vermächtnisarten, welche nach dem Tod des Verfassers greifen und eine Versorgung von Hinterbliebenen sicherstellen sollen. Das Rentenvermächtnis dient dazu, dem hinterbliebenen Ehegatten, den noch lebenden nicht-ehelichen Partner oder einen anderen Verwandten oder Bekannten zu versorgen. Die große Besonderheit besteht bei einem Rentenvermächtnis darin, dass dieses nach dem Ableben des Vermächtnisgebers nicht in einer Summe sofort ausgezahlt wird. Stattdessen wird dieses als eine Art Rente gewährt. Der Begünstigte kann durch das Rentenvermächtnis eine lebenslange oder auch eine zeitlich begrenzte Rentenzahlung zugesprochen werden. Der Vermächtnisgeber muss den exakten Zeitraum, für den die Rente gezahlt werden soll, in seinem Testament schriftlich angeben. Dabei ist eine möglichst unkomplizierte und einfache Formulierung zu wählen, damit es bei der Auslegung nicht zu Interpretationsfehlern des Testaments kommen kann. Durch das Rentenvermächtnis kann der Erblasser für den Fall seines Ablebens vorsorgen und seinen Partner oder eine andere nahestehende Person finanziell absichern. Der Begünstigte muss sich bezüglich seiner Finanzen in der schweren Zeit nach dem Tod des Erblassers weniger Sorgen machen, da er entweder dauerhaft finanziell unterstützt oder für einen bestimmten Zeitraum abgesichert ist. Wenn Erblasser befürchten, dass die Begünstigten den Geldbetrag, welchen diese erhalten sollen, auf einen Schlag ausgeben würden, so bietet sich das Rentenvermächtnis an, da der Geldbetrag in Raten gezahlt wird. Da der Vermächtnisnehmer kein Erbe wird, muss der dieser den Zahlungsanspruch von den Erben einfordern. Es besteht natürlich das Risiko, dass der Erbe oder die Erbengemeinschaft die Zahlung des Vermächtnisses hinauszögern. Dies kann vielleicht auch darin begründet sein, dass sich Erben und Vermächtnisnehmer nicht unbedingt nahe stehen müssen. Ein Rentenvermächtnis kann in diesem Zusammenhang auch ein erhöhtes Risiko für den Vermächtnisnehmer darstellen, weil durch eine Ratenzahlung des Vermächtnisses eine künstliche Abhängigkeit von den Erben geschaffen wird. Dies kann zu unnötigen Spannungen und Problemen führen, welche juristisch ausgetragen werden könnten. In diesem Zusammenhang sollte der Erblasser überlegt an die Formulierung des Testaments herangehen und genau überlegen, wer Erbe wird und demzufolge die Verantwortung über die Abwicklung des Vermögens bekommt. Der Erblasser sollte sensibel bezüglich der Beziehung zwischen Erbe und Vermächtnisnehmer sein, um spätere juristische Streitigkeiten zwischen diesen beiden Parteien vermeiden zu können. Es besteht für den Erblasser auch die Möglichkeit, einen Testamentsvollstrecker einzusetzen. In diesem Fall wäre eine möglichst neutrale Person mit der Abwicklung des Nachlasses betraut. Dieses würde die Risiken für Vermächtnisnehmer reduzieren. Eine Testamentsvollstreckung kann auch für unterschiedlich lange Zeiträume definiert werden. Auch hier gilt, dass diese möglichst eindeutig formuliert werden, damit kein unnötiger Interpretationsspielraum entsteht. Es empfiehlt sich für den Erblasser, sich möglichst frühzeitig mit dieser Thematik auseinander zusetzen.

 

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