Repräsentationsprinzip

Repräsentationsprinzip

 

Das Repräsentationsprinzip stellt einen zentralen Grundsatz des Erbrechts dar und ist für die gesetzliche Erbfolge von Bedeutung. Wenn der verstorbene Erblasser zu seinen Lebzeiten keine Vorkehrungen bezüglich seiner Nachfolge getroffen hat, legt der deutsche Gesetzgeber die gesetzliche Erbfolge zugrunde. Diese bestimmt, welche Personen in welchem Umfang am Nachlass des Verstorbenen beteiligt werden. Um dieses zu vermeiden, muss der Erblasser ein Testament oder Erbvertrag errichten. Die gesetzliche Erbfolge in der Bundesrepublik Deutschland basiert auf einem umfassenden Ordnungssystem. Diesem ist die Abstammung zugrunde gelegt. Damit erbt der nächste Angehörige des verstorbenen Erblassers. In diesem Zusammenhang wird auch von der Verwandtenerbfolge gesprochen. Dabei schließen die Erben einer Ordnung alle Erben nachfolgender Rangordnungen aus. In der Praxis bedeutet das, dass in erster Linie die Erben der ersten Ordnung erbberechtigt sind. Somit erben die Kinder zuerst. Wenn keine Erben der ersten Ordnung existieren, fällt den Angehörigen der zweiten Ordnung das gesetzliche Erbrecht zu. Damit ist sichergestellt, dass immer die nächsten Angehörigen des verstorbenen Erblassers den Nachlass, also Vermögenswerte wie beispielsweise ein Haus, erben. Innerhalb einer Ordnung findet das Repräsentationsprinzip Anwendung. Innerhalb der einzelnen Erbordnungen existiert eine Rangfolge, die die Erbberechtigung der einzelnen Erben vorgibt. Als erstes muss vom Nachlassgericht festgestellt werden, welche Erben existieren und welche Erbenordnung im Zuge der gesetzlichen Erbfolge den Nachlass erbt. Anschließend greift das Repräsentationsprinzip. Dieses besagt, dass der Repräsentant eines Stammes alle anderen Erben des gleichen Stammes von der Erbfolge ausschließt. In der ersten Ordnung sind alle Abkömmlinge des verstorbenen Erblassers enthalten, jedoch werden nicht alle Abkömmlinge tatsächlich am Nachlass beteiligt. Gemäß dem Repräsentationsprinzip werden ausschließlich die Kinder des Erblassers zur Erbfolge berufen. Wenn ein erbberechtigter Repräsentant vorverstorben ist, treten dessen Abkömmlinge an seine Stelle und erben als Enkel des Erblassers den Erbteil, welcher dem vorverstorbenen und eigentlich erbberechtigten Elternteil zugestanden hätte. Das Repräsentationsprinzip legt fest, dass ausschließlich der Repräsentant eines Stammes erbberechtigt ist. Dies geht aus §§ 1924 ff. BGB hervor.

 

Zur Verdeutlichung wird das Repräsentationsprinzip noch einmal an folgendem Beispiel erklärt. Innerhalb der einzelnen Erbordnungen gibt es das Repräsentationsprinzip. In der ersten Ordnung wird der Erblasser beispielsweise von seinen zwei Kindern zu gleichen Teilen beerbt. Das bedeutet jedes Kind bekommt 50 Prozent. Jedes Kind repräsentiert einen weiteren Stamm. Als Repräsentant dieses Stammes schließt das erbende Kind seine eigenen Abkömmlinge von der gesetzlichen Erbfolge aus. Das sind dann die Enkel und Urenkel des Erblassers. Die Enkel und Urenkel erben also nichts. Das ist das Repräsentationsprinzip.

 

Wenn diese Erbreihenfolge ausdrücklich nicht gelten soll, so muss der Erblasser ein Testament oder einen Erbvertrag abschließen. Dann kann eine andere Person Erbe werden. Jedoch haben dann die ursprünglichen Erben einen Pflichtteilsanspruch.

 

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