Rücknahme des Testaments

Rücknahme des Testaments

 

Wenn zukünftige Erblasser ihren letzten Willen verfasst haben, so haben sie den Wunsch, diesen sicher zu verfahren. Dazu gibt es die Möglichkeit, das Testament bei einer amtlichen Stelle in Verwahrung zu geben. Dabei existiert der Vorteil, dass das Testament nicht verloren geht. Weiterhin kann sich der zukünftige Erblasser sicher sein, dass sein letzter Wille auch ausgeführt wird. Jedoch kann es auch vorkommen, dass der Erblasser seinen letzten Willen überdenkt und daraufhin sein Testament abändern möchte. Bei einer amtlichen Verwahrung muss das notariell beurkundete Testament durch einen Notar zurück genommen werden. Es kann festgehalten werden, dass eine Rücknahme des notariellen Testaments jederzeit ohne Angabe von Gründen möglich ist. Nur der Verfasser eines Testaments kann eigenhändig die Rücknahme beantragen und das Testament entgegen nehmen. Die Folgen, welche bei einer Rücknahme entstehen, sind in § 2256 BGB geregelt. Es ist festzuhalten, dass die wichtigste Folge einer Rücknahme darin besteht, dass das Testament ungültig wird. Die amtliche Stelle, welche das Testament zur Verwahrung hatte, ist aufgefordert, den Verfasser des Testaments von dieser Folge der Ungültigkeit zu unterrichten. Auf dem Testament wird dann ein Vermerk der Ungültigkeit angebracht. Auch in den Akten wird die Rücknahme eines Testaments vermerkt. Wenn die Rücknahme durchgeführt worden ist, so ist das Testament unwiderruflich ungültig. Damit kann das notarielle Testament nicht automatisch als privatschriftliches Testament verwendet werden. Wenn der zukünftige Erblasser von der gesetzlichen Erbfolge abweichen möchte, so muss dieser ein neues handschriftliches oder notarielles Testament verfassen. Ein zuvor handschriftlich verfasstes Testament kann ebenfalls in amtliche Verwahrung gegeben werden. Der zukünftige Erblasser kann sein handschriftlich verfasstes Testament beim zuständigen Amtsgericht abgeben. Weiterhin kann festgehalten werden, dass auch die Rücknahme eines handschriftlichen Testaments jederzeit möglich ist. Die einzige Bedingung ist, dass der Verfasser des Testaments das Schriftstück persönlich entgegen nimmt. Jedoch existiert ein sehr bedeutender Unterschied bei einem handschriftlichen Testament im Gegensatz zu einem notariellen Testament. Bei der Rücknahme eines handschriftlichen Testaments wird dieses nicht automatisch ungültig. Es behält seine Gültigkeit weiterhin. Das kann einerseits gewünscht sein, wenn der zukünftige Erblasser lediglich den Aufbewahrungsort verändern wollte, kann jedoch auch unerwünscht sein. Unerwünscht ist es dann, wenn der zukünftige Erblasser sein Testament vernichten wollte und denkt, es sei ungültig, wenn es aus der amtlichen Verwahrung entnommen ist. Wird es nach seinem Tod daheim aufgefunden, so wird es als gültig angesehen. Dies ist ein wichtiger Unterschied, welcher von jedem zukünftigen Erblasser zu beachten ist. Soll das handschriftliche Testament ungültig werden, so muss der zukünftige Erblasser dieses vernichten, es widerrufen oder ein neues gültiges Testament errichten. Eine Rücknahme aus der amtlichen Verwahrung alleine bewirkt keine Ungültigkeit.

 

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