Steuerbefreiung

Steuerbefreiung

 

Eine Steuerbefreiung findet in der Weise statt, dass bestimmte Einkommensteile, Umsätze oder Sachverhalte ausdrücklich von der jeweiligen Steuer ausgenommen werden. Es kann zwischen der persönlichen und der sachlichen Steuerbefreiung unterschieden werden. Eine persönliche Steuerbefreiung setzt am Steuersubjekt, am Steuerpflichtigen, an. Eine sachliche Steuerbefreiung setzt am Steuerobjekt, am Gegenstand der Besteuerung, an. Als Beispiels für die persönliche Steuerbefreiung kann die Steuerbefreiung für Verwandte in direkter Linie bei der Grunderwerbssteuer in der Bundesrepublik Deutschland genannt werden. Weiterhin können die persönlichen Freibeträge bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer zu der persönlichen Steuerbefreiung gezählt werden. Eine sachliche Steuerbefreiung liegt beispielsweise bei der Befreiung der Umsätze aus Vermietung und Verpachtung von Grundstücken von der Umsatzsteuer vor. Bezüglich der Steuerbefreiung von Schenkungen und Erbschaften sind die Regelungen hierzu im Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz festgehalten. Dabei richtet sich die Höhe der Erbschaftssteuer nach dem Wert der Erbschaft und der Zugehörigkeit zu einer der drei Steuerklassen. Welche der drei Steuerklassen angewendet wird, richtet sich nach dem Verwandtschaftsgrad zum Erblasser. Erben von Privatvermögen haben die Möglichkeit, verschiedene Steuerbefreiungen wahr zu nehmen und diese sogar parallel zu nutzen. Engste Angehörige wie Kinder oder Ehegatten können so von den Steuerbefreiungen profitieren. Die Freibeträge, welche eine persönliche Steuerbefreiung darstellen, richten sich nach dem Verwandtschaftsgrad zum Erblasser. Ehegatten haben beispielsweise einen Freibetrag in Höhe von EUR 500.000,00, Kinder bis zu EUR 400.000,00, Geschwister in Höhe von EUR 20.000,00. Bei Schenkungen gibt es Steuerfreibeträge für die Angehörigen, welche alle 10 Jahre neu genutzt werden können. Dadurch kann eine zusätzliche Steuerbefreiung erzielt werden. Weiterhin kann eine Steuerbefreiung für den Hausrat genutzt werden. Erben der Steuerklasse I, darunter fallen unter anderem Kinder und der Ehegatte, können Hausrat und Kleidung bis zu EUR 41.000,00 erben, Angehörige der Steuerklasse II können Hausrat und Kleidung bis zu EUR 12.000,00 erben. Anschließend gibt es weitere Steuerbefreiung für das Erben körperlicher Gegenstände. Darunter kann beispielsweise Schmuck verstanden werden. Für Mitglieder der Steuerklasse I ist dies ein Betrag von EUR 12.000,00, welcher als Steuerbefreiung vorgesehen ist. Weiterhin ist es wichtig zu wissen, dass Vermögen oder Gegenstände, welche an einen Angehörigen verschenkt wurden und aufgrund eines Todesfalls wieder an den ursprünglichen Besitzer übergehen, nicht versteuert werden müssen. Wenn pflegebedürftige Angehörige verstorben sind und diese von den Erben gepflegt wurden, so kann eine Steuerbefreiung in Höhe von EUR 20.000,00 geltend gemacht werden. Unter bestimmten Bedingungen können Ehegatten, eingetragene Lebenspartner und Kinder Wohnimmobilien steuerfrei erben. Damit dies möglich ist, muss die Immobilie vom Erblasser bewohnt worden sein und die Immobilie muss für einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren durch den Erben selber genutzt werden. Abschließend muss erwähnt werden, dass die Besteuerung erst nach Abschluss aller Verbindlichkeiten durchgeführt wird. Es muss also nur der Nettonachlass besteuert werden.

 

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