Teilungsanordnung

Teilungsanordnung

 

Eine Teilungsanordnung kann nach § 2048 BGB vom Erblasser im Testament verfügt werden, wenn mehrere Personen Erben werden. Der Erblasser trifft im Testament oder dem Erbvertrag mit der Teilungsanordnung eine Anordnung, wie ein oder mehrere Nachlassgegenstände bei der Auseinandersetzung unter den Miterben verteilt werden sollen. Eine Teilungsanordnung stellt kein Vermächtnis nach §§ 2147 ff. BGB dar. Damit soll nicht die Erbquote beeinflusst werden. Wenn der Wert des zugewiesenen Gegenstands höher als die Erbquote des Bedachten ist, so besteht eine Ausgleichspflicht gegenüber den Miterben. Es kann also kein Miterbe bevorzugt werden. Eine Teilungsanordnung führt nicht unmittelbar einen Eigentumsübergang auf den bedachten Miterben herbei, sondern begründet einen schuldrechtlichen Anspruch zwischen den Miterben auf Vornahme einer entsprechenden Auseinandersetzung. Dabei können sich die Erben jedoch auch einvernehmlich über die Teilungsanordnung hinwegsetzen.

 

Wenn der Erblasser einzelne Nachlassgegenstände einem der Miterben zuordnen will, kann dies mit Hilfe einer Teilungsanordnung erfolgen. Jedoch kann auch ein Vorausvermächtnis nach § 2150 BGB gewählt werden. Bei einer Teilungsanordnung soll die Erbquote bezüglich der betreffenden Miterben nicht verändert werden. Bei dem Vorausvermächtnis geht ein bestimmter Gegenstand bereits im Voraus, also vor der Teilung des Restnachlasses, auf den neuen Eigentümer über. Damit wird die Erbquote verändert und ein Erbe wird bevorzugt. Wenn beispielsweise zwei Erben mit je einem 1/2 Erbteil bedacht sind und der Nachlass 100.000 Euro beträgt, führt die Zuwendung eines Autos im Gegenwert von 20.000 Euro zu einer Bevorzugung eines der beiden Erben, wenn ein Vorausvermächtnis gewählt wird. Denn dann bekommt einer der Erben das Auto im Wert von 20.000 Euro und die restlichen 80.000 Euro werden zu 1/2 auf die beiden Erben verteilt. Somit hat ein Erbe 20.000 Euro und 40.000 Euro. Der andere Erbe hat nur 40.000 Euro. Bei einer Teilungsanordnung bekommt auch einer der beiden Erben das Auto im Gegenwert von 20.000 Euro. Jedoch muss der komplette Nachlass fair zu 1/2 verteilt werden. Damit bekommt der Erbe, welcher das Auto im Wert von 20.000 Euro bekommen hat noch 30.000 Euro aus dem Restnachlass. Der andere Erbe bekommt 50.000 Euro des Restnachlasses. Beide haben bei einer Teilungsanordnung einen Nachlass in Höhe von 50.000 Euro erhalten. Es kann festgehalten werden, dass der Vorausvermächtnisnehmer gegenüber dem Adressaten der Teilungsanordnung objektiv bevorzugt wird und der Erblasser dies auch zulassen muss. Ein Vorausvermächtnis kann vor der Teilung des Nachlasses geltend gemacht werden, eine Teilungsanordnung nur im Rahmen der Auseinandersetzung. Der Vorausvermächtnisnehmer kann das Vermächtnis ausschlagen und den Erbteil annehmen oder umgekehrt den Erbteil ausschlagen und das Vorausvermächtnis annehmen. Bei der Teilungsanordnung hat man nur die Möglichkeit, den Erbteil mit Teilungsanordnung anzunehmen oder insgesamt auszuschlagen.

 

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