Teilungsversteigerung

Teilungsversteigerung

 

Unter der Teilungsversteigerung wird ein Sonderfall im Erbschaftsrecht verstanden. Meistens kommt dieses bei Erbfällen und Scheidungen vor. Bei Ehescheidungen gehört das Grundstück meistens beiden Ehepartnern gemeinsam zu je 50 Prozent. Der Antragsteller einer Teilungsversteigerung ist in Erbfällen oft nicht im Grundbuch eingetragen. Der Gläubiger ist bei einer Teilungsversteigerung meistens einer der Miteigentümer. Geregelt ist eine Teilungsversteigerung im Gesetz über die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung (ZVG). Ein Synonym für die Teilungsversteigerung ist auch Auseinandersetzungsversteigerung. Die Teilungsversteigerung wird durchgeführt, um eine Gemeinschaft an einem Grundstück zu beenden. Eheleute, welche ein Grundstück gemeinsam gekauft haben, lassen sich zu Bruchteilen als Miteigentümer im Grundbuch eintragen. Damit besitzen beide einen ideellen Anteil am Grundstück. Diese Gemeinschaft wird, wenn es keine andere Vereinbarung zwischen den Beteiligten gibt, durch eine Teilungsversteigerung aufgelöst. Dabei wird das unteilbare Vermögen in Geld als teilbares Vermögen umgewandelt. Weiterhin können Teilungsversteigerungen von Erbengemeinschaften, der Gesellschaft bürgerlichen Rechts, der Gemeinschaft nach Bruchteilen und der offenen Handelsgesellschaft genutzt werden. Bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist zusätzlich zu beachten, dass ein einzelner Gesellschafter der Gesellschaft keinen Antrag stellen kann, wenn dieser nicht zur Einzelgesellschaft befugt ist. Auch ein grundsätzlich zulässiger Antrag auf Teilungsversteigerung des Grundbesitzes einer aufgelösten GbR ist unzulässig, wenn er nur von einem Gesellschafter im eigenen Namen gestellt wird. Den Anspruch auf Aufhebung der Gemeinschaft kann ein Gläubiger durch einen Beschluss des Vollstreckungsgerichts pfänden lassen. Der Gläubiger kann somit anstelle des Miteigentümers die Teilungsversteigerung beantragen. Wenn eine Teilungsversteigerung durchgeführt werden soll, gelten die Vorschriften nach § 180 I ZVG. Es kann jedoch auch gem. § 181 bis 185 ZVG eine abweichende Regelung vereinbart worden sein. Diese abweichende Regelung betrifft die weitere Einstellungsmöglichkeit nach § 180 II bis IV ZVG. Das Verfahren wird beim Amtsgericht als Vollstreckungsgericht durchgeführt. Dabei ist grundsätzlich das Amtsgericht örtlich zuständig, in dessen Bezirk die Immobilie liegt. Es kann weiterhin festgehalten werden, dass funktionell der Rechtspfleger zuständig ist. Beim durchführen der Teilungsversteigerung ist zu beachten, dass diese durch einen an der Gemeinschaft Beteiligten beantragt werden muss. Der Rechtspfleger wird prüfen, ob der Antrag ordnungsgemäß eingereicht worden ist. Dabei müssen im Antrag die genaue Bezeichnung des Grundstücks und die vollständigen Anschriften der übrigen Miteigentümer angegeben sein. Der Antragsteller und die anderen Mitglieder der Gemeinschaft müssen in der Regel im Grundbuch verzeichnet sein. Weiterhin muss der Nachweis erbracht sein, dass die materiellrechtlichen Voraussetzungen zur Aufhebung der Gemeinschaft vorliegen. Das Verfahren kann auf Antrag eines Beteiligten für bis zu sechs Monate eingestellt werden, wenn verschiedene Interessen vorliegen. Wenn zu der Gemeinschaft neben dem Antragsteller noch der frühere oder auch aktuelle Ehegatte gehört, so kann das Verfahren auch zum Wohl des gemeinsamen Kindes bis max. 5 Jahre eingestellt werden.

 

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