Testament aufsetzen

Testament aufsetzen

 

Ein Testament wird dann aufgesetzt, wenn der Erblasser vermeiden möchte, dass die Erben über die Verteilung des Nachlasses in Streit geraten. Bei einem Testament handelt es sich um eine letztwillige Verfügung von Todes wegen. Hierzu wird nicht nur ein Testament gezählt sondern auch der Erbvertrag. Juristisch wird das Testament ab §§ 1937 BGB geregelt. Damit wird das Testament rechtskräftig und für Außenstehende verbindlich. Wenn sich ein potentieller Erblasser dazu entscheidet, eine Verfügung von Todes wegen zu erstellen, so muss dieser einiges berücksichtigen, damit das Testament auch rechtsgültig ist. Das Erbrecht der Bundesrepublik Deutschland hat einige Vorgaben definiert, welche unbedingt eingehalten werden müssen. Diese Vorgaben sind für jedes Testament obligatorisch. Als gültige Testamente sind das öffentliche und das eigenhändige Testament anerkannt. Das öffentliche Testament wird nach § 2232 BGB bei einem Notar erstellt. Dieser berät den Erblasser und hält dessen Testierfähigkeit schriftlich fest. Durch das Festhalten der Testierfähigkeit und das Erstellen des Testaments bei einem Notar wird das Risiko einer späteren Anfechtung minimiert. Die Minimierung der Risiken bezüglich der Anfechtung liegt darin begründet, dass der Notar darauf achten wird, dass eine einwandfreie juristische Formulierung gewählt wird und weiterhin die Geschäftsfähigkeit schriftlich festgehalten ist. Der Erblasser kann ein öffentliches Testament schriftlich an den Notar übergeben. Weiterhin kann der Erblasser aber auch ein verschlossenes Testament an den Notar übergeben. Ferner kann der Erblasser seinen letzten Willen mündlich erklären und der Notar wird eine rechtskräftige Niederschrift anfertigen. Diese muss dann vom Erblasser unterschrieben werden. Jedoch kann der Erblasser auch seine letztwillige Verfügung von Todes wegen ganz ohne Hilfe eines Notars erstellen. Dabei wird dieser sein Testament eigenhändig handschriftlich erstellen. Das Testament muss in diesem Fall handschriftlich verfasst werden und muss in jedem Fall vom Erblasser mit dem Vor- und Nachnamen unterschrieben werden. Eine maschinell erstellte letztwillige Verfügung von Todes wegen ist ungültig. Zur Identitätsfeststellung muss das Testament handschriftlich angefertigt werden. Zudem handelt es sich dabei um eine zwingend zu erfüllende Formvorschrift. Jedoch birgt ein handschriftlich erstelltes Testament das Risiko, dass dieses im Nachhinein ungültig ist. Die Sachkenntnis im Bereich Erbrecht ist bei den meisten nicht hoch ausgebildet. So können leicht Formvorschriften übersehen werden und wichtige zwingend erforderliche Bestandteile vergessen werden. Eine unklare Ausdrucksweise kann ebenfalls zur Ungültigkeit einiger Verfügungen oder schlimmstenfalls zur Ungültigkeit des ganzen Testaments führen.  Weiterhin besteht das Risiko in der Aufbewahrung. Das handschriftliche Testament wird, nachdem es aufgesetzt worden ist, meistens im Haushalt des Erblassers aufbewahrt. Unter Umständen wird dieses bei Anfall der Erbschaft nicht rechtzeitig gefunden und findet dann keine Anwendung. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass ein Erbe dieses vernichtet, da die Regelungen im Testament ihn schlechter stellen als in der gesetzlichen Erbfolge.

 

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