Testament und Pflichtteil

Testament und Pflichtteil

Es empfiehlt sich in jedem Fall zu Lebzeiten seinen Nachlass zu regeln. Besonders dann, wenn Sie von der gesetzlichen Erbfolge abweichen möchten, sollten Sie ein Testament aufsetzen. Das gilt beispielsweise dann, wenn der Nachlass nicht sofort unter den infrage kommenden Erben aufgeteilt werden soll, sondern der Ehepartner zuerst alleine erben soll. Möchten Sie jemanden vom Erbe ausschließen müssen Sie auch in diesem Fall eine testamentarische Regelung treffen.

Die Erbschaft

Zunächst wird geprüft, ob ein gültiges Testament vorhanden ist. Existiert ein gültiges Testament, muss es beim zuständigen Amtsgericht vorgelegt werden. Dieses entscheidet dann darüber, ob das Testament Gültigkeit besitzt. Ist die Gültigkeit eines Testaments durch das Amtsgericht bestätigt worden, erben zunächst nur die im Testament erwähnten Personen. Sind in dem Testament der gesetzlichen Erbfolge nach eigentlich Erbberechtigte beim Erbe unberücksichtigt geblieben, so bleibt diesen Erben im Allgemeinen dennoch ein Anspruch erhalten. Ist kein Testament vorhanden, kommt die gesetzliche Erbfolge zum Tragen.

Der Pflichtteil

Testament und Pflichtteil sind zwei Themen, mit denen sich Erblasser beschäftigen müssen, wenn Sie Ihr Erbe regeln. Der Pflichtteil ist ein gesetzlicher Erbanspruch, der dann einsetzt, wenn der Erblasser in seinem Testament einen nahen Angehörigen von der Erbfolge ausgeschlossen hat. Nicht in jedem Fall ist es möglich, einen eigentlich berechtigten Erben von der Erbfolge auszuschließen, deshalb sollten sich Erblasser, die dieses Thema betrifft, vorab genau informieren. Pflichtteilsberechtigt sind die Abkömmlinge des Erblassers. Dazu zählen Kinder, Enkelkinder und Urenkelkinder. Weiterhin der Ehepartner und die Eltern des Erblassers. Darüber hinaus zählt mit Wirkung zum 01. August 2001 auch der überlebende Partner bei einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Die Geschwister des Erblassers sowie andere Verwandte, die hier nicht aufgezählt wurden, sind nicht anspruchsberechtigt.

Das Pflichtteilsrecht

Für ein Entstehen des Pflichtteilsrechts gelten einige Voraussetzungen. Dazu gehört, dass ein Pflichtteilsberechtigter, der an sich von Gesetzes wegen in der Erbfolge eingeschlossen wäre, durch die Verfügung von Todes wegen ausgeschlossen wurde. Das kann durch ein Testament oder durch einen Erbvertrag geschehen. Will der Erblasser, dass ein an sich Berechtigter von der Erbfolge ausgeschlossen wird, muss er dies in seinem Testament oder dem Erbvertrag anordnen. Er kann auch eine andere Person zum Erben benennen. In bestimmten Fällen sind Eltern sowie entferntere Abkömmlinge des Erblassers nicht pflichtteilberechtigt. Es ist also wie bei der gesetzlichen Erbfolge auch, dass die näheren Verwandten die entfernteren Verwandten im Pflichtteilsrecht ausschließen. Im Allgemeinen ist es nicht möglich, den Pflichtteilsberechtigten den Pflichtteil komplett zu entziehen und sie damit quasi zu enterben. Das ist nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich.

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