Testamentsaufhebung

Testamentsaufhebung

 

Da Erblasser ihren letzten Willen frei verfügen können, kann als Schlussfolgerung auch im Umkehrschluss gelten, dass die Erblasser auch berechtigt sind, ihr Testament ganz oder nur teilweise wieder aufzuheben. Dabei ist festzuhalten, dass für eine erfolgreiche Testamentsaufhebung kein Grund angegeben werden muss. Die rechtliche Grundlage für eine mögliche Testamentsaufhebung findet sich in § 2253 BGB. Dabei handelt es sich vom Inhalt um die Testierfähigkeit. Und diese sieht eben auch vor, dass nicht nur der letzte Wille frei geäußert werden kann, sondern, dass auch ein Testament aufgehoben werden kann. Bei einem Einzeltestament kann eine Testamentsaufhebung einseitig erfolgen. Ein gemeinschaftliches Testament kann nur mit einer gemeinschaftlichen Erklärung der beteiligten Parteien aufgehoben werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ein Testament rechtlich wirksam aufgehoben werden kann. Zum einen kann ein Widerrufstestament erstellt werden, in welchem erklärt wird, dass das früher erstellte Testament aufgehoben wird. Diese Möglichkeit ist in § 2254 BGB festgehalten. Weiterhin kann ein widersprüchliches Testament mit einem neuen Datum gem. § 2258 BGB erstellt werden. Dabei muss ein inhaltlicher Widerspruch zum früher verfassten Testament vorliegen. Weiterhin kann das alte Testament einfach vernichtet werden. Dies regelt § 2255 BGB. Durch eine Vernichtung wird das alte Testament am sichersten aufgehoben, da ein zerrissenes oder entsorgtes Testament immer für null und nichtig angesehen wird. Bei den anderen Varianten besteht zumindest eine kleine theoretische Möglichkeit, dass Interpretationsspielräume verbleiben, ob ein Testament aufgehoben werden soll oder nicht. Wenn ein Testament nicht eigenhändig, sondern notariell erstellt worden ist, so muss dieses aus der amtlichen Verwahrung genommen werden. Dabei wird der Widerruf alleine schon durch das Zurückholen wirksam. Das zurückgeholte Testament wird nicht automatisch zu einem eigenhändigen privaten Testament. Es ist und bleibt widerrufen. Das wäre als Ausnahmefall nur dann möglich, wenn es sich um ein privatschriftliches Testament handelt, welches sich in amtlicher Verwahrung befand. Dann ist dieses auch nach dem Zurückholen gültig und muss durch den Verfasser vernichtet werden. Nur das notarielle Testament ist automatisch ungültig und juristisch nichtig, nach erfolgreichem Zurückholen. Wenn zwei Leute gemeinsam ein Testament erstellt haben, so müssen diese es auch gemeinsam widerrufen. Gerade bei wechselseitigen Anordnungen, wie im Berliner Testament, ist der Widerruf kompliziert. Eine einseitige, von einem Partner alleine, verfasste Aufhebung ist unwirksam. Eine Testamentsaufhebung muss notariell beurkundet sein und anschließend dem Partner zugestellt werden. Nur dann handelt es sich um einen wirksamen Widerruf. Wird das Testament nur einseitig widerrufen und es fehlt an der notariellen Beurkundung, so ist diese ungültig und das gemeinsame Testament besteht weiter fort. Weiterhin muss natürlich beachtet werden, dass für die Widerrufung des Testaments Gebühren für die notarielle Beurkundung anfallen. Auch das Zurücknehmen eines Testaments aus der amtlichen Verwahrung wird Gebühren kosten.

 

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