Testamentseröffnung

Testamentseröffnung

 

Für eine Testamentseröffnung ist immer das zuständige Nachlassgericht zuständig, in welchem der Erblasser seinen letzten Wohnsitz inne hatte. Dabei wird der letzte Wille des Erblasser veröffentlicht. Zu einer Testamentseröffnung werden die Angehörigen geladen und anschließend wird das Testament verlesen. Dieses Verlesen und Informieren der Angehörigen wird als Testamentseröffnung bezeichnet. Damit dieses auch geschieht, sollte der Erblasser sein Testament notariell hinterlegt haben. Wenn der Erblasser sein Testament privat zu Hause aufbewahrt hat, besteht die Gefahr, dass dieses nicht rechtzeitig gefunden wird, verloren geht oder absichtlich durch Angehörige vernichtet wird. Wenn ein Angehöriger ein Testament findet, so ist dieser zur Ablieferung am zuständigen Nachlassgericht verpflichtet. Dies geht aus § 2259 BGB hervor. Wenn das Testament nicht abgegeben wird, macht die Person, welche im Besitz des Testaments ist, sich strafbar und muss mit möglichen Schadensersatzansprüchen rechnen. Weiterhin werden Zwangsgelder seitens des zuständigen Nachlassgerichtes verhängt. Zu den Personen, welche vom Nachlassgericht eingeladen werden gehören nicht nur die im Testament genannten Personen sondern auch pflichtteilsberichtigte Personen. Zuständig im Nachlassgericht ist ein Rechtspfleger, welcher vom Nachlassgericht bestimmt wird. Wenn es vorkommen sollte, dass ein Erblasser verschiedene Dokumente als seinen letzten Willen hinterlegt hat, so werden alle diese Dokumente verlesen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Angehörigen über den kompletten letzten Willen des Verstorbenen in Kenntnis gesetzt werden. Für eine Testamentseröffnung besteht keine Anwesenheitspflicht. Trotzdem wird empfohlen, an einer solchen teilzunehmen. Wenn eine Teilnahme nicht möglich ist, so wird die Person, welche nicht erschienen ist, über das Ergebnis der Testamentseröffnung schriftlich vom zuständigen Nachlassgericht in Kenntnis gesetzt. Eine Teilnahme wird jedoch empfohlen, da auf diese Weise auch andere Miterben kennengelernt werden. Weiterhin erhält man bei der Testamentseröffnung die Möglichkeit, das zu verlesende Testament einzusehen. Die betreffende Person kann Kenntnis über das komplette Testament erhalten und nicht nur über den Teil, welchen die Person betrifft. Nach einer erfolgreichen Testamentseröffnung ist der weitere Weg juristisch vorgegeben. Als erstes wird die Testamentseröffnung vermerkt und anschließend eine Niederschrift angefertigt. Der oder die Erben erhalten eine Kopie des Testaments und das dazugehörige Eröffnungsprotokoll. Weiterhin erhalten die Erben die Möglichkeit, innerhalb von sechs Wochen das Erbe anzunehmen oder auszuschlagen. Die Frist beginnt mit der Testamentseröffnung. Weiterhin muss das Nachlassgericht das zuständige Finanzamt über den Eintritt des Erbfalls informieren. Dieses wird die Erbschaftssteuer prüfen. Weiterhin wird das Nachlassgericht auch das zuständige Grundbuchamt informieren, welches die Erben von Grundstücken und Immobilien dazu auffordern wird, eine Eigentumsumschreibung zu den Gunsten der Erben im Grundbuch vorzunehmen. Die Erben und Pflichtteilsberechtigte werden über alle relevanten Termine informiert und haben mit dem Nachlassgericht auch einen Ansprechpartner, welcher bei Verständnisproblemen weiterhelfen wird.

 

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