Testamentshinterlegung

Testamentshinterlegung

 

Viele Erblasser befürchten, dass die von ihnen erstellte letztwillige Verfügung von Todes wegen unberücksichtigt bleibt. Die Angst konkretisiert sich dahingehend, dass die letztwillige Verfügung von Todes wegen von den Erben unterschlagen wird und es nicht zur Testamentseröffnung kommt. Grundsätzlich sind die Erben verpflichtet, ein Testament, welches gefunden wird, beim zuständigen Nachlassgericht abzuliefern. Trotzdem kann es vorkommen, dass Erben ein Testament vernichten oder unterschlagen, wenn die Erben im Testament schlechter gestellt werden, als die gesetzliche Erbfolge es vorsieht. Weiterhin konkretisiert sich die Angst der Erblasser im Abhandenkommen der letztwilligen Verfügung von Todes wegen. Ein Testament kann verloren gehen und nicht mehr aufgefunden werden. Wenn dieses der Fall ist, so greift auch die gesetzliche Erbfolge, weil die Erben nicht wissen, dass es ein Testament gibt. Selbst wenn die Erben wissen sollten, dass es ein Testament gibt, dieses aber nicht aufgefunden wird, muss die gesetzliche Erbfolge greifen. Somit werden den letzten Wünsche des Verstorbenen keine Rechnung getragen. Um dieses zu verhindern, bietet es sich an, ein Testament hinterlegen zu lassen. Dabei ist eine ganz bestimmte Form der Aufbewahrung gemeint. Bei einer Testamentshinterlegung handelt es sich um eine sichere Verwahrung der Verfügung von Todes wegen. Diese wird dem zuständigen Nachlassgericht übergeben. Weiterhin liegt dem Nachlassgericht die letztwillige Verfügung durch die Testamentshinterlegung bereits vor, sodass die Testamentseröffnung umgehend und ohne Verzögerung erfolgen kann. Die sehr hohe Sicherheit spricht für eine Testamentshinterlegung beim Nachlassgericht. Wenn das Testament beim zuständigen Gericht amtlich aufbewahrt wird, besteht kein Risiko mehr, dass dieses verschwindet, nicht gefunden oder von den Hinterbliebenen unterschlagen wird. Der Erblasser kann sicher sein, dass der eigene letzte Wille dem Gericht vorliegt und von diesem im Erbfall auch konsequent umgesetzt wird. Wenn ein Erblasser befürchtet, dass sein Testament aus verschiedenen Gründen nicht zur Anwendung kommt, ist mit einer amtlichen Verwahrung sehr gut beraten. Zuständig für die Hinterlegung des Testaments ist das Nachlassgericht, in welchem der Erblasser seinen Wohnsitz hat. Das Nachlassgericht wird immer beim Amtsgericht zu finden sein, weil das Nachlassgericht eine spezielle Abteilung des Amtsgerichts darstellt. Wenn eine Testamentshinterlegung erfolgt ist, meldet das zuständige Nachlassgericht dies dem Geburtsstandesamt der betreffenden Person. Wenn das Standesamt anschließend Kenntnis vom Tod des Erblassers erlangt, informiert dieses umgehend das jeweilige Nachlassgericht. Durch die Kommunikation zwischen den jeweiligen Behörden wird das Nachlassgericht innerhalb kürzester Zeit vom Tod des Erblassers erfahren und kann die Testamentseröffnung in die Wege leiten. Die Hinterbliebenen müssen für den Ablauf der Testamentseröffnung nichts weiter veranlassen. Es muss darauf hingewiesen werden, dass eine Testamentshinterlegung mit Gebühren verbunden ist. Bezüglich der Höhe der anfallenden Gebühren kann sich der Erblasser an das Nachlassgericht wenden oder einen Rechtsanwalt fragen.

 

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