Testamentsvollstrecker

Testamentsvollstrecker

 

Unter einem Testamentsvollstrecker wird eine Person verstanden, welche vom Erblasser erkannt worden ist. Dieser wird als Treuhänder die letztwillige Verfügung des Erblassers zur Ausführung bringen. Geregelt ist die Testamentsvollstreckung in §§ 2197 ff. BGB. Die Gründe, warum der Erblasser eine Testamentsvollstreckung wählt sind unterschiedlich. Zum einen will sich der Erblasser bezüglich der Umsetzung seines letzten Willens absichern. Weiterhin kann es sein, dass der Erblasser die Erben vor sich selber schützen möchte. Die Vereinfachung, Verwaltung und Teilung der Erbschaft auf mehrere Erben stellt einen weiteren möglichen Grund dar. Der Testamentsvollstrecker wird vom Erblasser in seiner letztwilligen Verfügung von Todes wegen gem. § 2197 I BGB ernannt. Weiterhin kann der Testamentsvollstrecker auch durch einen vom Erblasser ermächtigten Dritten oder vom zuständigen Nachlassgericht bestimmt werden. Es ist festzuhalten, dass das Amt des Testamentsvollstreckers erst mit dessen Annahme, welche dem Nachlassgericht gegenüber erklärt werden muss, beginnt. Zur Übernahme des Amts eines Testamentsvollstreckers besteht keine Verpflichtung. Wenn der Erblasser nichts bestimmt hat, so hat der Testamentsvollstrecker immer die Aufgabe, die letztwilligen Verfügungen des Erblassers zur Ausführung zu bringen und die Auseinandersetzung des Nachlasses zu betreiben. Dabei wird der Testamentsvollstrecker als Abwicklungsvollstrecker bezeichnet. Der Erblasser kann einem Testamentsvollstrecker jedoch auch weitere Aufgaben übertragen. Das kann beispielsweise eine Verwaltung des Nachlasses für die Erben für eine bestimmte Zeit sein. Wenn das der Fall ist, wird der Testamentsvollstrecker als Verwaltungsvollstrecker bezeichnet. Wenn die Erfüllung der Pflichten einer im Testament begünstigten Person überwacht werden soll, ohne das Verwaltungsrechte bestehen, liegt eine beaufsichtigende Testamentsvollstreckung vor. Der Testamentsvollstrecker kann eine angemessene Vergütung verlangen, wenn der Erblasser nichts anderes bestimmt hat. Dies geht aus § 2221 BGB hervor. Der Erblasser kann die Höhe der Vergütung und ob überhaupt eine Vergütung gezahlt werden soll im Testament regeln. Wenn Regelungen bezüglich einer Testamentsvollstreckervergütung fehlen, werden im Streitfall von der Rechtsprechung zur Bestimmung der angemessenen Vergütung überwiegend Tabellen herangezogen, nach welchen sich das Honorar prozentual am Bruttonachlass orientiert. Jedoch ist auch eine Vergütung nach zeitlichem Aufwand denkbar. Der Testamentsvollstrecker hat das Recht, auf Antrag beim zuständigen Nachlassgericht ein Testamentsvollstreckerzeugnis zu erhalten. Dies ist in § 2368 I BGB geregelt. Das Testamentsvollstreckerzeugnis bestätigt die Person, welche vom Erblasser zum Testamentsvollstrecker eingesetzt worden ist. Das Amt beginnt jedoch schon mit der Annahme. Also bevor ein Zeugnis ausgestellt worden ist. Weiterhin kann festgehalten werden, dass jeder Testamentsvollstrecker werden kann. Geeignet ist eine Person dann, wenn diese wesentlich jünger als der Erblasser ist, geschäftlich erfahren ist, möglichst ohne eigene Interessen handelt und gesund ist. Es kann festgehalten werden, dass die meisten Testamentsvollstrecker zu den Vertrauten des Erblassers gehören. Dazu gehören Familienmitglieder und Freunde.

 

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