Übergabevertrag

Übergabevertrag

 

Mit einem Übergabevertrag kann eine vorweggenommene Erbfolge vertraglich festgelegt werden. In der Historie wurde der Begriff Übergabevertrag in Verbindung mit der Übergabe eines Hofes an einen Nachkommen verwendet. Heute ist der Begriff jedoch nicht mehr auf die Übergabe eines Hofes beschränkt. In der heutigen Zeit kann ein Übergabevertrag auch die Übergabe eines beliebigen Besitzgegenstandes ermöglichen. Mit einem Übergabevertrag soll die vorweggenommene Erbfolge geregelt werden. Beispielsweise kann dies ein landwirtschaftlich genutzter Hof, eine Immobilie, ein Unternehmen oder ein Wohnhaus sein. Bei einem Übergabevertrag ist darauf zu achten, dass die Bedingungen der Übergabe ganz genau definiert wurden. Der Kernpunkt des Vertrages soll den Übergabegegenstand und die dafür fällige Gegenleistung genau definieren. Als eine mögliche Gegenleistung im Übergabevertrag sind unter anderem das Wohnrecht bei der Übergabe einer Immobilie, Pflege- und Betreuungsleistungen, die Zahlung einer Rente oder eine Erfüllung, welche erst nach dem Tod des Übertragenden geleistet werden muss. In einem Übergabevertrag sollten zur Sicherheit der Beteiligten verschiedene Dinge geregelt sein. Relevante Übergabedokumente wie beispielsweise Jahresabschlüsse bei Unternehmen und die Übergabeberechtigung sollten immer vereinbart werden. Des weiteren sollten im Übergabevertrag der Stichtag der Übergabe stehen. Es sollte ferner geregelt sein, wann die Verantwortung für den Besitz an den betreffenden Nachkommen übergeht. Übergangsphasen, in denen der Übergeber weiterhin Einfluss auf das Unternehmen ausüben kann, müssen im Übergabevertrag festgehalten werden. Das ist deshalb besonders sinnvoll, weil es ansonsten zu Streitigkeiten in der Unternehmensführung kommen kann, wenn die neue Generation von Unternehmer eine andere Sichtweise vertritt als die alte Generation von Unternehmer. Weiterhin muss die erwartete Gegenleistung exakt formuliert werden. Eine Änderung im Nachhinein ist sehr schwer, da nach erfolgter Übergabe der Vertrag mit all seinen Bestandteilen als endgültig angesehen wird. Wenn mehrere Erben vorhanden sind, so muss sich der Übergeber Gedanken bezüglich einer Abfindung der anderen Erben machen. Wenn also das Unternehmen an einen bestimmten Erben übergeben wird, müssen alle anderen Erben ausgezahlt werden. Aus einer vorweggenommenen Erbfolge und einem Übergabevertrag können verschiedene Vorteile abgeleitet werden. Dazu gehört der Erhalt des Vermögens und die Vermeidung der Aufteilung in einer Erbengemeinschaft. Weiterhin können Erbstreitigkeiten weitestgehend vermieden werden. Gerade wenn Unternehmen in die nächste Generation übergeben werden sollen, ist eine Aufteilung oftmals nicht möglich. Es soll immer derjenige das Unternehmen leiten, welcher bestmöglich qualifiziert ist. Weiterhin kann ein Übergabevertrag für den Erben auch eine Absicherung bezüglich seiner Altersvorsorge sein, da der Übergabevertrag eine gewisse Rechtssicherheit bietet. Weiterhin bietet sich ein Übergabevertrag an, um steuerliche Vorteile auszuschöpfen. Mit der Hilfe eines Übergabevertrages ist es möglich, dass der Grundfreibetrag der Schenkungssteuer alle 10 Jahre von neuem ausgenutzt werden kann. Aufgrund der vielen Vorteile kann ein Übergabevertrag in vielen Erbangelegenheiten sinnvoll eingesetzt werden.

 

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