Überlassung von Nachlassgegenständen

Überlassung von Nachlassgegenständen

 

In der Regel wird ein Erbe automatisch mit der Testamentsbestimmung sein Erbe antreten und kann daher auch sofort über sämtliche Nachlassgegenstände verfügen. Dabei gibt es einige Ausnahmen. In einer Erbengemeinschaft ist es dem Erben untersagt, über die Nachlassgegenstände frei zu verfügen. Alle Nachlassgegenstände gehören dieser Gemeinschaft gemeinschaftlich. Das heißt, dass keinem einzelnen Erben die Nachlassgegenstände überlassen werden, ohne die Einwilligung der anderen. Eine weitere Ausnahme wäre die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers seitens des Nachlassgerichtes. Der Testamentsvollstrecker bestimmt, was mit dem Nachlass passieren wird. Dieser hat die Macht, die Überlassung von Nachlassgegenständen an einen einzelnen Erben zu verhindern, wenn er diesen für die Ausübung seiner Tätigkeit als Testamentsvollstrecker benötigt. Jedoch ist zu beachten, dass der Testamentsvollstrecker nach § 2217 BGB die Nachlassgegenstände, welche er zur Erfüllung seiner Aufgaben nicht zwingend benötigt, dem Erben auf dessen Verlangen hin zur freien Verfügung stellen muss. Mit der Überlassung geht der Gegenstand in den Besitz des Erben über und es erlischt das Recht des Testamentsvollstreckers zur Verwaltung. Das Recht des Testamentsvollstreckers zur Verwaltung erlischt in Bezug auf genau diesen einen Vermögensgegenstand, welcher auf den Erben übergegangen ist. Für die anderen Vermögensgegenstände bleibt die Verwaltung seitens des Testamentsvollstreckers bestehen. Wegen nicht begründeter Schulden, welche auf einem Vermächtnis oder einer Auflage sind und wegen bedingten und alten Vermächtnissen und Auflagen wird ein Testamentsvollstrecker die Überlassung der Nachlassgegenstände unter Umständen nicht verweigern können. Dies ist dann der Fall, wenn der Erbe für die Berichtigung der Verbindlichkeiten oder für die Erfüllung der Vermächtnisse eine Sicherheit leistet. Unter einer Erbengemeinschaft wird eine Gesamthandsgemeinschaft verstanden. Das hat zur Folge, dass keines der einzelnen Mitglieder dieser Gemeinschaft die Überlassung einzelner Nachlassgegenstände für sich fordern kann. Die Vermögensgegenstände werden nach der Erbquote bei der Auflösung verteilt. Sollte der Fall bestehen, dass sämtliche Mitglieder einer Erbengemeinschaft sich einig über die Verteilung einzelner Vermögensgegenstände aus dem Nachlass sind, so ist dies auch jederzeit und rechtlich möglich. Es kann festgehalten werden, dass die Überlassung von Nachlassgegenständen immer nach einem Erbe möglich ist. Wenn mehrere Erben vorhanden sind, so sollte der Erblasser genaue Regelungen bezüglich der Aufteilung der Nachlassgegenstände treffen. Dieses passiert am besten mit einem Testament. Wenn kein Testament vorhanden ist, greift die gesetzliche Erbfolge. Mehrere Erben werden jedoch nur gemeinsam im Rahmen einer Gesamthandsgemeinschaft über den Nachlass verfügen können. Wenn Streit zu erwarten ist, kann der Erblasser als elegante Lösung einen Testamentsvollstrecker mit der Verwaltung und Aufteilung der Vermögensgegenstände beauftragen. Mit Hilfe eines Testamentsvollstreckers können sehr teure Prozesskosten und viel Streit innerhalb der Erbengemeinschaft vermieden werden. Auf diese Weise kann der Nachlass schnell und einfach unter den Erben aufgeteilt werden.

 

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