Universalsukzession

Universalsukzession

 

Unter einer Universalsukzession wird im Erbschaftsrecht der Bundesrepublik Deutschland die Gesamtnachfolge bezeichnet. Mit der Gesamtnachfolge ist der Übergang von Pflichten und Rechten von einer Person auf eine andere Person gemeint, welche dann zum Rechtsnachfolger wird. Die Universalsukzession stellt die Gesamtrechtsfolge dar, sodass der Rechtsnachfolger hierbei sämtliche Rechte und Pflichten des Erblassers übernimmt. Zu der Rechtsnachfolge kommt es sowohl aufgrund vertraglicher Vereinbarungen als auch infolge gesetzlicher Bestimmungen. Findet zum Beispiel eine Transformierung eines Unternehmens statt, ist dies Anlass für eine Universalsukzession, da alle Rechte und Pflichten des übernehmenden Rechtsträgers dem deutschen Umwandlungsgesetz zufolge auf den übertragenden Rechtsträger übergehen. Der wohl bekannteste Fall einer Universalsukzession findet jedoch nicht im Bereich der Wirtschaft, sondern im Erbrecht statt. Durch einen Todesfall gehen alle Rechte und Pflichten des verstorbenen Erblassers auf dessen Erben über, sodass diese in juristischer Hinsicht zu Rechtsnachfolgern werden. Bei einer Erbschaft handelt es sich demzufolge also um eine klassische Gesamtrechtsnachfolge. Da das Erbe im Rahmen des Nachlassverfahrens in den Besitz des Alleinerben bzw. der Erbengemeinschaft übergeht, bildet der Erbe oder die Erbengemeinschaft den Rechtsnachfolger. Dabei ist zu beachten, dass der Nachlass zuerst in seiner Gesamtheit vererbt wird, sodass auch nur ein Rechtsnachfolger des Erblassers existiert. Die Erbengemeinschaft oder der Alleinerbe übernehmen sämtliche Rechte und Pflichten des verstorbenen Erblassers. Bei einer derartigen Universalsukzession spielt es zudem keine Rolle, ob die Erben bereits Kenntnis vom Tod des Erblassers oder dem Anfall der Erbschaft erlangt haben. Eine solche Gesamtrechtsnachfolge geschieht immer automatisch und bedarf keiner besonderen Handlung. Lediglich für die Ausschlagung einer Erbschaft ist eine Handlung von Seiten der Erben oder der Erbengemeinschaft nötig. Diese muss explizit schriftlich erklärt werden und innerhalb einer Frist von gewöhnlich sechs Wochen ab Kenntnis der Erbschaft erfolgen, weil der Erbe oder die Erbengemeinschaft die Erbschaft ansonsten stillschweigend akzeptiert. Wer die Pflichten des Erblassers nicht wahrnehmen möchte, kann selbstverständlich auch nicht in den Genuss der mit der Erbschaft verbundenen Rechte kommen. Eine teilweise Akzeptanz ist nicht möglich, schließlich beinhaltet eine erbrechtliche Universalsukzession alle Rechte und Pflichten des Verstorbenen und kann nicht auf einzelne Aspekte beschränkt werden. Eine Ausschlagung ist immer dann sinnvoll, wenn der Nachlass überschuldet ist. Somit müssen der Erbe oder die Erbengemeinschaft sehr schnell innerhalb der sechs Wochen Frist den Nachlass auf eine mögliche Überschuldung hin überprüfen. Obwohl eine Universalsukzession den Übergang sämtlicher Rechtsverhältnisse des Erblassers auf dessen Erben beinhaltet, existieren hier geringfügige Einschränkungen. Grundsätzlich hat man als Nachfolger zwar alle Pflichten zu erfüllen und kommt im Gegenzug in den Genuss aller Rechte, doch dies betrifft nicht den höchstpersönlichen Bereich. Der höchstpersönliche Bereich geht mit dem Todesfall unter.

 

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