Unternehmenstestament

Unternehmenstestament

 

Ungefähr ein Drittel aller Unternehmensübergaben erfolgt nach einer Krankheit oder einem Todesfall. Dabei kann festgestellt werden, dass viele Unternehmensübergaben gar nicht oder nicht ausreichend vorbereitet sind. Es existiert in der Praxis kein Unternehmenstestament, welches die Unternehmensübergabe regelt. Für viele Unternehmen bedeutet das, dass diese in die Insolvenz gehen. Leider gehen dabei auch Unternehmen in die Insolvenz, welche ein Gesundes Geschäftsmodell besitzen und solide finanziert sind. Um das verhindern zu können, sollte ein Unternehmer in jedem Fall sehr frühzeitig ein Unternehmenstestament erstellen. Jedoch sind solche Unternehmenstestamente nicht so einfach zu erstellen wie ein privatrechtliches Testament, da hierbei mehrere komplizierte rechtliche Aspekte bedacht werden müssen. Zunächst einmal muss geklärt werden, ob das Unternehmen bestehen bleiben soll. Weiterhin ist eine Klärung erforderlich, ob eine Teilauflösung, ein Teilverkauf, eine komplette Auflösung oder ein Verkauf des Unternehmens als Ganzes angedacht ist. In einem Unternehmenstestament muss zwingend die Nachfolge des Unternehmens schriftlich geklärt werden. Im Idealfall ist in der Familie ein geeigneter Nachfolger vorhanden, welcher die fachliche und persönliche Eignung zu einem Unternehmer besitzt. Wenn dieser nicht vorhanden ist, so kann auch die Einsetzung eines Geschäftsführers oder eine Beteiligung von ausgewählten Mitarbeitern aus dem Unternehmen in Erwägung gezogen werden. Wenn ein Familienmitglied das Unternehmen fortführen soll, so sollte der derzeitige Unternehmer unbedingt sehr früh anfangen, den neuen Unternehmer aufzubauen und diesen in die Pläne einzuweihen. Weiterhin kann eine Übergabe und eine Einarbeitung bereits in frühen Jahren erfolgen. Dieses ist sehr sinnvoll, da auf diese Weise das Unternehmen nahtlos weitergeführt werden kann, ohne dass es zu größeren Problemen kommt, da der neue Unternehmer bereits eingearbeitet ist. Weiterhin muss die finanzielle Absicherung der Familie berücksichtigt werden. Ehepartner und minderjährige Kinder, aber auch volljährige Kinder, des Unternehmers müssen versorgt werden. Wenn eine Versorgung aus privaten Mitteln nicht gewährleistet ist, könnte zum Beispiel eine Rente aus dem Unternehmen an den Ehepartner und die Kinder gezahlt werden. Des Weiteren muss zwingend die zu zahlende Erbschaftssteuer eingeplant werden. Die Höhe der Erbschaftssteuer und eventuelle Abfindungszahlungen sollten unbedingt im Voraus genau geplant werden. Im Idealfall werden Regelungen definiert, wie die Erbschaftssteuer gezahlt werden kann, ohne das das Unternehmen ausblutet und mangels Liquidität in die Insolvenz läuft. Weiterhin muss das Erbrecht berücksichtigt werden. Familienangehörige, welche das Unternehmen nicht erben, haben einen Anspruch auf den ihnen zustehenden Pflichtteil. Der Pflichtteil für einen Hinterbliebenen, welcher einen Anspruch hat, beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Auch hierbei müssen Regelungen gefunden werden, welche das Unternehmen in seiner Existenz nicht zu sehr belasten. Möglich ist eine Ratenzahlung. Als oberstes Ziel muss immer eine möglichst komplikationslose Unternehmensübergabe gesehen werden. Ziel ist es, dass das Unternehmen ohne Probleme weitergeführt werden kann.

 

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